Silvia Wolf: Paris Bloodline: Die ersten Stunden der Nacht (Buch)

Silvia Wolf
Paris Bloodline: Die ersten Stunden der Nacht
Lykan, 2026, Taschenbuch, 448 Seiten, 15,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Silvia Wolf wurde 1978 geboren und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Düsseldorf. Sie arbeitet in der Software-Branche und ist leidenschaftlicher Fantasy-Fan. „Paris Bloodline: Die ersten Stunden der Nacht“ ist nicht nur Urban Fantasy, sondern auch ihr Debüt-Roman.


Julia kommt eigentlich nach Paris, um dort ihr Medizinstudium zu erweitern - aber es kommt anders als gedacht, denn schon bald tritt ein geheimnisvoller Mann auf sie zu und macht ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann, zumal auch Kräfte in ihr schlummern, von denen sie bisher noch nichts wusste.

Sie ist eine der wenigen Lebensmagier und dadurch eine der wenigen Zauberkundigen, die in der Lage sind, sich gegen ein paar skrupellose Vampire zu stellen, die den Frieden zwischen ihrer Art, den Magier und den Menschen brechen wollen. Viktor, selbst ein Blutsauger, will genau das verhindern.


Man könnte annehmen, dass die Geschichte leicht wieder in ein romantisches Geplänkel zwischen den beiden Hauptfiguren abrutschen könnte, aber das geschieht nicht. Denn tatsächlich liegt der Autorin das Abenteuer mehr am Herzen. Sie nimmt sich bewusst die Zeit, das Szenario aufzubauen.

Man erfährt so Einiges über die Welt hinter den Kulissen, von der die meisten Menschen nichts ahnen, von den Magier, die leider das Kämpfen verlernt haben, weil sie dem Frieden zu sehr vertrauten, von den Vampiren, die mehr und mehr danach lechzen, wieder Angst und Schrecken zu verbreiten.

Ihnen entgegen stehen Viktor, der die alten Zeiten noch kennt und ihre Rückkehr verhindern will, deshalb aktiv gegen seinesgleichen arbeitet. Und natürlich auch Julia, die eiskalt überrascht wird und erst einmal in ihre Rolle hineinwachsen muss.

Genau das beherrscht auch die Handlung, denn Julia muss intensiv lernen, immer wieder ausprobieren und auch einiges an Rückschlägen hinnehmen, weil sie sich noch nicht an die neuen Denkweisen gewöhnen kann. Dadurch bleibt sie auch sehr menschlich und glaubwürdig.

Die Figuren sind facettenreich ausgearbeitet und entwickeln sich weiter. Dadurch werden die sich langsam entwickelnden Gefühle zwischen Julia und Viktor zu einer angenehmen Dreingabe, stören aber das eigentliche Abenteuer nicht.

Heraus kommt so ein Urban-Fantasy-Roman, der auch für Genre-Fans interessant sein könnte, weil einige Handlungselemente frisch interpretiert werden und die Handlung angenehm vorantreiben. Damit es nicht zu düster daherkommt, gibt es auch noch augenzwinkernde Momente.

„Paris Bloodline: Die ersten Stunden der Nacht“ überzeugt durch eine unterhaltsames und kurzweiliges Urban-Fantasy-Abenteuer, das nicht nur mit sympathischen Figuren sondern auch interessanten Entwicklungen daher kommt und die Romanze bewusst hintenanstellt.