CG Drews: Hazelthorn (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 30. April 2026 07:59

CG Drews
Hazelthorn
(Hazelthorn, 2025)
Übersetzung Britta Keil
Illustrationen: Jana Heidersdorf
Fischer Sauerländer, 2026, Hardcover, 400 Seiten, 19,90 EUR
Rezension von Christel Scheja
Eines kann man CG Drews bescheinigen: Es sind immer die Außenseiter, die im Mittelpunkt stehen und in eine Umgebung geraten, die gleichermaßen mystisch, wie auch gefährlich ist. Das beweist auch das neueste Werk „Hazelthorn“, das sich wieder einmal an ältere Jugendliche und Erwachsene richtet.
Evander folgt drei Regeln in seinem Leben, die besagen, dass er weder das Hazelthorn-Anwesen verlassen, noch in den Garten gehen soll. Und vor allem soll er es vermeiden, mit Laurie, dem anderen Jungen im Haus, alleine zu sein, denn das könnte übel enden. Bisher hat sich der Junge daran gehalten, auch wenn er seinen Vormund hasst.
Dann aber wird sein Leben über den Haufen geworfen. Denn als der alte Mann überraschend stirbt, wird er zum Alleinerben ernannt. Zugleich vermutet Evander, dass ein Mord geschehen ist, doch der Einzige, der ihm jetzt noch helfen kann, das ist ausgerechnet Laurie.
Wieder spielt ein verwunschener Ort eine wichtige Rolle in der Geschichte. Diesmal ist es aber keine Schule, sondern ein altes Anwesen, das mindestens hundert, wenn nicht sogar mehr Jahre alt ist, und in dessen Garten düstere Geheimnisse verborgen liegen.
Und hier ist Evander gefangen, ein Junge, der in einer eigenen Welt lebt und eine ganz besondere Wahrnehmung hat, da er Autist ist. Er muss sich mit einem Mal mit einem gierigen Anwalt und Verwandten herumschlagen, die ihm eigentlich nicht wirklich etwas Gutes wollen, zugleich fühlt er sich von Laurie mehr denn je angezogen.
Die Geschichte wird wieder einmal sehr poetisch erzählt, man fühlt sich an eine moderne Variante des gotischen Schauer-Romans aus dem 19. Jahrhundert erinnert. Nur dass einige Kleinigkeiten modern wirken. Aber Vieles ist so, wie man es aus der klassischen Phantastik kennt.
Der Horror bleibt auch nicht lange aus, denn immer wieder scheint der Garten sein Eigenleben zu besitzen, vermischen sich Wahrheit und persönliche Wahrnehmung miteinander, so dass man schon sehr genau aufpassen muss, um zu erkennen, was jetzt eigentlich die Oberhand hat.
Zudem ist auch Evander kein einfacher Charakter, ebensowenig wie Laurie. Die beiden sind auch die einzigen Figuren, die wirklich Profil erhalten, der Rest bleibt eher blass und verschwindet auch schnell aus der Handlung. Aber so bleibt auch noch Raum für die Sorgen und Nöte, die Jungen in diesem Alter auch oft erleben, die ebenfalls wichtig für die Entwicklung der Handlung sind.
„Hazelthorn“ ist durch Erzählweise und Gestaltung ein Fest für alle Fans des klassischen Horror-Romans, denn wie dort wird das Grauen eher ruhig und schleichend in Szene gesetzt, lebt der Horror vor allem durch die Phantasie und poetische Schilderung der Ereignisse.