Emma Noyes: Soul of Shadow (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 17. April 2026 12:02

Emma Noyes
Soul of Shadow
Soul of Shadow 1
(Soul of Shadow, 2025)
Übersetzung: Diana Bürgel
Piper, 2026, Paperback, 400 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Es müssen nicht immer Vampire sein, die wie in „The Vampire Diaries“ oder „Twilight“ für ein wenig übernatürliches Chaos an Highschools in verschlafenen amerikanischen Kleinstädten sorgen und dort ihre Kleinkriege ausfechten, manchmal bietet auch eine andere Mythologie interessante Anknüpfungspunkte.
Nach dem Tod ihrer Zwillingsschwester will Charlie Hudson eigentlich nur noch eines: Die letzten Jahre an der Schule hinter sich bringen, um dann aus dem Ort zu verschwinden, der nur noch Trauer für sie bedeutet. Aber bevor es so weit ist geschehen seltsame Dinge in Silver Shores, unter anderem verschwinden auch Mitschüler.
Und dann ist da Elias, der geheimnisvolle neue Mitschüler, der mehr über die seltsamen Vorgänge zu wissen scheint und mit dem sie nun versucht, die Geheimnisse aufzuklären.
Doch stattdessen wird Charlie nicht nur mehr in die mythische Welt gezogen, die sie mit einem Mal umgibt - sie droht auch, ihr Herz zu verlieren.
Das Ganze liest sich zunächst wie eine klassische Romantasy, denn wie man schnell merkt, ist natürlich klar, dass auch und vor allem Elias nicht ganz von dieser Welt ist. Dennoch übt er einen gewissen Reiz auf Charlie aus, die durch ihre Trauer erst einmal noch ein wenig verletzlich wirkt, aber nach und nach in ihre Rolle hineinwächst. Denn sie ist mitnichten nur der Love Interest des jungen Mannes, der alle Zeichen eines Bad Boy in sich trägt, sondern entwickelt mit der Zeit auch so Einiges an Eigeninitiative, was ihr zum Ende hin zugutekommt.
Als magisches Element hat sich die Autorin diesmal die nordische Mythologie mit all ihren Göttern, eigentümlichen Wesen aber auch Monstern ausgesucht, die sie teilweise überraschend frei interpretiert, was dem Geschehen auch eine gewisse Würze gibt und die Geschichte gelegentlich unvorhersehbar macht.
Zudem steht auch die Romanze nicht im Mittelpunkt, auch wenn sie ein wichtiger Teil dessen ist, was die Handlung vorantreibt. Immerhin scheint die Handlung in sich geschlossen, auch wenn natürlich einige Fragen offenbleiben.
Alles in allem richtet sich der Roman an junge Leserinnen, die das Spiel mit der Mythologie und Liebe zu schätzen wissen, weniger an Genre-Fans. Das Geschehen bleibt auf einem jugendgerechten Niveau, das merkt man auch vielen Teilen der Handlung an, die gewohnte Highschool-Klischees durchspielt.
„Soul of Shadows“ vermischt Young Adult Romantasy auf eine sehr eigenwillige Art und Weise mit der nordischen Mythologie. Immerhin kommen phantastische Elemente und auch die Magie zum Tragen, so dass das Abenteuer nicht von der Liebesgeschichte erschlagen wird.