Arno Strobel: Die erste Zeugin - Ungelöst 1 (Buch)

Arno Strobel
Die erste Zeugin
Ungelöst 1
Fischer, 2026, Paperback, 384 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Arno Strobel ist einer der fleißigsten und beliebtesten Thriller-Autoren Deutschlands und scheint Lust darauf zu haben, wieder einmal eine neue Reihe mit unverbrauchten Charakteren zu starten, dem Kriminalhauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, die Karriereleiter hochzufallen, und der Medizinstudentin Luisa Menkhoff, die neben einer besonderen Gabe auch ungewöhnliches Wissen mitbringt.


Als Luisa Menkhoff ein Flugblatt in die Hände fällt, erkennt sie gleich die Frau wieder, die eigentlich verschwunden sein soll, denn immerhin war sie einmal die Lebensgefährtin ihres verstorbenen Vaters. Deshalb meldet sie sich bei der Kriminalpolizei in München, nicht ahnend, was sie damit lostritt.

Denn ganz offensichtlich hängt ihre Beobachtung mit der eigenen Vergangenheit zusammen und der Tatsache, dass der Mann, der sie damals entführt hatte, wieder auf freiem Fuß ist.

Das lässt Ramin Brunner aufhorchen, vor allem als auch - wie damals - auf einmal Kinder verschwinden. Luisas eidetisches Gedächtnis und ihr Wissen könnten nun von Vorteil sein.


Man merkt, dass Strobel ein erfahrener Autor ist, der genau weiß, welche Strippen er ziehen muss, um seine Leser zu fesseln. So nimmt er sich die Zeit, die wichtigen Figuren rund um Brunner und Menkhoff genau so ausführlich vorzustellen wie die Hauptfiguren selbst, die durch sehr menschliche Eigenschaften sehr sympathisch gestrickt sind.

Dann geht der Fall durch eine Verkettung von Umständen so richtig los und stellt auch noch die Weichen für Ramin Brunners neue Aufgabe, die am Ende des Buches auf ihn wartet. Geschickt spielt der Autor dabei mit den Erwartungen seiner Leser, wirft immer neue Hinweise und Andeutungen aus, um neugierig zu machen.

Und kaum hat man eine Vermutung, passiert etwas, das die ganzen bisherigen Entwicklungen wieder auf den Kopf stellt. Zumal es auch noch sehr persönlich für Luisa wird, die aber dank ihres Vaters auch nicht auf den Kopf gefallen ist, was auch Ramin Brunner imponiert.

Am Ende führt sich alles gelungen zusammen und rundet die ganze Sache ab. Die Geschichte selbst ist flott geschrieben und besitzt das richtige Timing in der Handlung, so dass nie Langeweile aufkommt. Manches mag vielleicht ein wenig zu glatt laufen, aber der Unterhaltung und Entspannung tut das keinen Abbruch. Das Kino im Kopf fängt jedenfalls an zu laufen.

„Die Letzte Zeugin“, der erste Band der neuen „Ungelöst“-Reihe von Armin Strobel, weiß zu überzeugen. Der Thriller wird seinem Namen gerecht und weiß von Anfang bis Ende gut zu unterhalten und die sympathischen Hauptfiguren und ihr direktes Umfeld bleiben in Erinnerung, so dass einer Fortsetzung nichts im Wege steht.