Tracy Wolff: Penelope und die Prüfung der Götter - Aftermyth 1 (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 05. April 2026 08:37

Tracy Wolff
Penelope und die Prüfung der Götter
Aftermyth 1
(The Aftermyth, 2026)
Übersetzung: Ivana Marinović
Titelbild: Helene Elias
dtv, 2026, Hardcover, 448 Seiten, 20,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Bereits mit ihren Romanen um die Katmere Academy hat Tracy Wolff bewiesen, das Settings in einem Internat ihr Ding sind. Ob nun College oder High School (das Ganze wird dann auch noch mit ein wenig Magie vermischt), oder wie in ihrer neuen Reihe, die sich an jüngere Leser richtet mit der griechischen Mythologie. „Aftermyth - Penelope und die Prüfung der Götter“ ist der Auftakt der „Aftermyth“-Reihe.
Es ist endlich so weit. Penelope Weaver und ihr Bruder haben das Alter erreicht, in dem sie endlich die angesagte Anaxiamander-Akademie besuchen können, um der Herkunft ihrer Familie als Nachfahren der Götter gerecht zu werden.
Penelope ist sich ganz sicher: Sie wird als kluge, praktische und regeltreue Tochter ihrer Eltern sicher wie die Mutter im Haus der Athena landen. Aber weit gefehlt - als es so weit ist, landet sie genau dort, wo sie sich am wenigsten gesehen hat.
Und dann kommt auch noch dazu, dass ihre Musen-Helferin eine Vollkatastrophe ist und die ihr zugeteilten Aufgaben für das Semester dann auch noch kryptisch unlösbar sind. Nur gut, dass die Leute im Haus der Aphrodite eher mit ihrem Herzen fühlen als kalt und logisch zu denken.
Penelope lernt so nämlich schnell, dass auch Chaos und Leidenschaft ihren Sinn haben und das Leben vielleicht nicht nur vergnüglicher machen als gedacht, sondern auch die Kreativität wecken, nun da sie von den Musen im Stich gelassen wurde.
Letztendlich ist das Ganze eine typische High-School-Geschichte, die nur ein wenig in ein mythisches Setting versetzt wurde und natürlich mit Magie und gängigen Klischees über die griechische Götterwelt spielt.
Liebe und Leidenschaft spielen allerdings keine Rolle, da sich die Geschichte eher an jüngere Leserinnen richtet. Daher stehen Freundschaft und Zusammenhalt, gemeinsames Lösen von Aufgaben und Freude am Leben im Mittelpunkt der Geschichte. Womit das Geschehen einen eher heiteren Unterton hat.
Mit der Zeit kristallisiert sich aber auch ein kleines Abenteuer heraus, das in dem ganzen Geplänkel auch für einen roten Faden und sogar etwas Spannung sorgt. Die Figuren selbst sind eher einfach gestrickt, aber durchweg sympathisch, so dass jeder seinen Liebling finden dürfte. Und Konflikte, wie auch Bedrohungen werden bewusst jugendfrei gelöst.
„Penelope und die Prüfung der Götter“ erfindet das Rad nicht neu, ist aber eine amüsante und kurzweilige High-School-Geschichte mit einem ordentlichen Schuss Mythen und Fantasy für alle jungen Leserinnen ab zwölf Jahren.