Sable Sorenson: Dire Bound (Buch)

Sable Sorenson
Dire Bound
Wolves of Ruin 1
(Dire Bound, 2025)
Übersetzung: Ina Schwenk & Nadine Pauli
Goldmann, 2026, Hardcover, 832 Seiten, 24,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Um ihre Schwester zu retten, lässt sich eine junge Frau auf ein gewagtes Unterfangen ein, denn nur so hat sie überhaupt eine Chance, sie wiederzufinden. Das ist die Prämisse von „Dire Bound“, dem ersten Band der „Wolfes of Ruin“-Reihe. Hinter dem Pseudonym Sable Sorensen stecken Eliza und Annie, über die sonst nicht viel bekannt ist.


Auch wenn sie die „Auserwählten“ hasst, die Krieger-Elite von Nocturna, die sich allesamt an riesige Schattenwölfe gebunden haben, so versucht Meryn Cooper nun, eine von ihnen zu werden. Ihre kleine Schwester Saela wurde entführt und als einfache Bürgerliche kommt sie auf der Suche nicht weit.

Tatsächlich übersteht sie das Auswahlverfahren und wird von Anissa erwählt, einer erfahrenen Schattenwölfin. Auch wenn ihre Beziehung zunächst sehr schwierig ist, so wachsen sie doch mit der Zeit zusammen. Das ist auch bitter nötig, denn schon in der Ausbildung scheinen es genug Leute auf sie abgesehen zu haben.

Dazu kommen ein Freund, der ihr nicht die ganze Wahrheit gesagt hat und der so arrogante wie attraktive Ausbilder Stark Therion, der sie irgendwie auf dem Kieker hat.


Das sind natürlich wunderbare Voraussetzungen für eine leidenschaftliche Romantasy in der es heiß und knisternd zugeht.

Aber eines muss man den Autorinnen lassen: Sie setzten tatsächlich mehr auf das Abenteuer und nehmen sich die Zeit, eine spannende Handlung aufzubauen, dabei nach und nach auch den Hintergrund bieten. Zwar gibt es immer wieder einmal intime Szenen, der Großteil des Geschehens dreht sich allerdings um die brutale Ausbildung und die düsteren Intrigen, derer Meryn nach und nach gewahr wird. Und zudem muss sie auch noch lernen, ihr Misstrauen gegenüber den Schattenwölfen abzulegen, vor allem derjenigen, mit der sie sich gebunden hat. Immerhin findet sie mit der Zeit auch Freunde und Verbündete. Aber nichts kann sie davor schützen, zum Ende hin von ein paar wirklich fiesen Wendungen überrascht zu werden.

Vielleicht hat der Roman im Mittelteil ein paar Längen, aber im letzten Viertel zieht die Handlung noch einmal ordentlich an und endet mit einem Cliffhanger.

Die Figuren wirken zunächst wie Archetypen, entwickeln aber mit der Zeit auch ein paar Ecken und Kanten, so dass man ebenfalls von ihnen überrascht wird. Gängige Klischees werden natürlich ebenfalls bedient, genauso wie vertraute Handlungsmuster in Bezug auf die Bindung zu intelligenten, aber tierisch wirkenden Partnern.

Dennoch passt aber alles zusammen und wirkt rund. Die Autorinnen bieten neben ein paar romantischen Gefühlen vor allem viel Action und Spannung, fiese Intrigen und sogar einen halbwegs durchdachten Hintergrund, der zum Ende hin sehr schlüssig wirkt.

„Dire Bound“ mag vielleicht in erster Linie als Romantasy vermarktet werden, bietet aber dennoch auch genug Inhalt, um den einen oder anderen Genre-Fan zu überzeugen, da die Liebe weder das Abenteuer noch den Hintergrund erstickt. Zudem bleibt die Spannung hoch, da die Autorinnen es schaffen, die Lesenden immer wieder hinters Licht zu führen.