R. M. Gray: Nightweaver (Buch)

R. M. Gray
Nightweaver
Nightweaver-Saga 1
(Nightweaver - The Nightweaver Series 1 2023/2025)
Übersetzung: Doris Attwood
Titelbild: R. M. Gray
Stammbaum: Colin Verdi
Karte: Srdjan Vidakovic
dtv, 2026, Paperback, 496 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Romantische Geschichten müssen sich im Bereich der Fantasy immer mehr einfallen lassen, um aus der Masse herauszuragen. Dafür werden bekannte und beliebte Elemente den allzu bekannten Klischees beigemischt, wie in der „Nightweaver“-Saga, deren erster Band nun erschienen ist und als Mix aus „Fluch der Karibik“ und „Downtown Abbey“ beworben wird.

 

Nach einer stürmischen Nacht und einer heftigen Seeschlacht, ist das Leben für Aster Oberon und ihre Familie nicht mehr wie zuvor. Denn der älteste Sohn Owen stirbt und der Rest wird gefangengenommen, sieht nun einem unsicheren, vielleicht auch endgültigen Schicksal entgegen, denn sie sind immerhin Piraten. Sie sind in der Gewalt von Nightweavern, Wesen, die einer übermenschlichen Rasse, die die Welt vor Jahrhunderten in Besitz nahmen und die Menschen zu ihren Dienern machten. Nur auf dem Meer gab es noch so etwas wie Freiheit.

Doch nun wird dieses Weltbild durch den freundlichen Nightweaver Will erschüttert, der sie unter seine Fittiche nimmt.


Was recht actionreich und dramatisch auf dem Meer beginnt, verliert schon bald den Piraten-Charme, denn der Rest der Geschichte spielt überwiegend auf einem adligen Anwesen und am Königshof. Denn natürlich werden Aster und ihre Familie schon bald in ein paar tödliche Intrigen hineingezogen. Vor allem Aster scheint dabei ein paar düstere Geheimnisse mit sich herumzutragen, von denen sie selbst nichts weiß, die ihr aber immer wieder andeutungsweise vor Augen gehalten werden. Denn schon bald ist klar, dass es außer den Nightweavern auch noch andere Wesen gibt, die von ihrem Verhalten her noch bösartiger sind und nur schwer zu besiegen.

Natürlich ist klar, dass Aster eine wichtige Rolle in dem ganzen Drama spielen wird und nun nach und nach entdecken darf, warum sie gerade zur Zielscheibe wird.

Die Handlung ist deshalb nicht ganz so überraschend, wie sie sein könnte, aber solide aufgebaut und so gestrickt, dass immer eine gewisse Spannung vorhanden ist. Es gibt auch ein paar Schock-Momente, die es in sich haben aber dennoch im jugendfreien Bereich bleiben.

Natürlich fehlt die Romanze nicht, die nach dem üblichen Schema abgespult wird, dies bleibt aber auf einem angenehmen Level und erstickt das eigentlich Abenteuer nicht.

Die Figuren machen ein paar interessante Entwicklungen durch und erhalten Profil, auch wenn sie natürlich nicht in die Tiefe gehen, so wie die ganze Geschichte. Auch der Hintergrund selbst bleibt eher schwammig und erweckt leider so nur wenig mehr Bilder im Kopf als die durch die Werbung vorgegebenen.

„Nightweaver“ entpuppt sich als eine solide gestrickten Young-Adult-Fantasy-Saga, die die interessanten Ideen zum Hintergrund und Magiesystem leider nicht sonderlich ausreizt, aber immerhin ein actionreiches und intrigengeladenes Abenteuer in den Vordergrund stellt und nicht die auch hier vorhandene Romanze.