The Witcher: Eine Frage des Preises (Comic)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 11. Januar 2026 10:15

The Witcher: Eine Frage des Preises
(The Witcher: A Question of Price, 2025)
Text: Andrzej Sapkowski, Marta Krajewska (Adaption)
Zeichnungen: Matteo Bellisario
Übersetzung: Joachim Körber
Panini, 2025, Hardcover, 60 Seiten, 13,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Auch andere Autoren machen sich daran, die Kurzgeschichten des polnischen Autors Andrzej Sapkowski in Comicform zu adaptieren. Die Hardcover-Bände erscheinen in loser Folge und haben keine besondere Verbindung zueinander, auch wenn es gelegentlich kleine Überschneidungen gibt. Neu erschienen ist nun „Eine Frage des Preises“.
Calanthe, die Königin von Cintra, holt Gerat von Riva an ihren Hof und schleust ihn als Adligen ein, damit er unbemerkt am Festmahl zu Ehren ihrer Tochter teilnehmen kann, denn unter die Gäste könnte sich eine gruslige Schreckensgestalt mischen und Ärger machen.
Da das Mädchen nun im heiratsfähigen Alter ist, haben sich viele Freier versammelt, die ihre Hand und damit das Reich gewinnen wollen. Allerdings ist da auch der Ritter Igel vom Erlenwald, der die Begleichung einer alten Schuld einfordert…
Schon Andrzej Sapkowski bediente sich bei seiner Geschichte an Motiven aus dem Märchen „Hans mein Igel“, das aus der Sammlung der Gebrüder Grimm stammt. Natürlich übernimmt er die Motive nicht exakt, sondern wandelt sie für seine Zwecke ab.
Und die sind wie bei allen Geschichten nicht unbedingt so verspielt und harmlos, wie man denkt, denn natürlich erweisen sich die Menschen wieder als tückisch und die Wünsche seiner Auftraggeberin gehen nicht unbedingt mit dem konform, was Geralt für richtig hält. Deshalb entwickelt sich das Drama auch schnell in eine ganz andere Richtung, erweist sich das Scheusal doch als menschlicher als gewisse andere Personen. Und nicht zuletzt besteht die Forderung auch noch zu rechtens.
Fans werden sicherlich bei der Nennung des Königreichs aufhorchen. Und so werfen die letzten Sätze Geralts durchaus auch schon gewisse Schatten voraus, die natürlich erst einmal keine große Rolle spielen.
Das Abenteuer ist wieder in sich geschlossen und erzählt eine kurzweilige und wie immer sehr actionreiche Geschichte aus der Welt des Hexers, die genügend Überraschungen bietet, um Lust auf Mehr zu machen. Auch Zeichenstil und Farben passen dabei gut zu der bodenständigen Heroic Fantasy, verleihen ihr die richtige Atmosphäre.
„Eine Frage des Preises“ ist wieder einmal eine gelungene Adaption aus dem „The Witcher“-Kosmos, die auch ohne Kenntnisse der Welt genießbar ist. Spannend und wie immer mit einem zynischen Touch wird alles in Szene gesetzt. Und bietet für langjährige Fans der Saga auch noch ein paar nette Anspielungen.