Carissa Broadbent: The Fallen and the Kiss of Dusk (Buch)

Carissa Broadbent
The Fallen and the Kiss of Dusk
Crowns of Nyaxia 4
(The Fallen and the Kiss of Dusk, 2025)
Übersetzung: Heike Holtsch
Carlsen, 2025, Hardcover, 604 Seiten, 22,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Mit „The Fallen and the Kiss of Dusk“ findet die zweite Dilogie der „Crowns of Nyaxia“-Saga ihren Abschluss. Nachdem Mishe in „The Songbird and the Heart of Stone“ den ultimativen Preis zahlte, ist es nun erst einmal an Asar, sie zu rächen. Und natürlich ist das lange noch nicht das Ende für die beiden.


Die Vergangenheit hat Mishe durch die Götter des Weißen Pantheons eingeholt. Und nun besteht eine letzte Hoffnung, denn eine Göttin bietet den beiden Liebenden ihre Unterstützung an, wieder zueinander zu finden, auch wenn sie dafür Einiges verlangt. Da die beiden keine andere Wahl haben, gehen sie auf den Handel ein.

Und so versuchen sie nun alles, um das Herz eines toten Gottes wiederzufinden. Gejagt von den Schergen der Götter und allen möglichen Gefahren ausgesetzt, wagen sie es erneut, tief in die Unterwelt einzudringen, nur um dort noch weitere unangenehme Wahrheiten über die Vergangenheit zu entdecken und sich noch mehr in Schwierigkeiten zu bringen.


Nachdem der letzte Band mit einem Cliffhanger endete, geht es gleich nahtlos weiter, auch wenn zunächst alles verloren scheint. Aber natürlich ist in dieser Fantasy-Welt nichts für immer verloren, gerade wenn die Götter ihre Hände mit im Spiel haben. Und dabei handelt es sich nicht nur um Nyaxia.

Das soll dem Ganzen natürlich ein wenig mehr Würze geben, denn im Prinzip ist auf einer anderen Ebene auch schon klar, dass Mishe in Asar, dem Bastardprinzen, nicht nur einen Verbündeten, sondern auch einen Seelengefährten und Partner gefunden hat. Um der Liebe doch noch eine Chance zu geben, entspinnt sich ein neues Abenteuer.

Das zieht sich allerdings ein wenig, obwohl die Helden weiter auf der Suche sind. Aber es werden auch so einige Seiten an Geplänkel mit den Göttern und untereinander verschwendet, die das Geschehen ausbremsen. Und natürlich dürfen auch ein paar sehr intime Szenen nicht fehlen.

Alles in allem bleibt die Spannung dabei auf einem soliden, aber nicht überragenden Niveau, denn natürlich macht die Autorin keinen Hehl daraus, auf was alles hinaussteuern wird. Noch einmal gibt es einen dramatischen Moment, der aber die Figuren nur noch enger zusammenbringt.

Die Charaktere selbst entwickeln durchaus Profil, bleiben aber wie die Hintergrundgeschichte immer noch auf einem oberflächlichen Niveau. Die Saga weiß zwar durchaus noch zu unterhalten, schafft es aber nicht, in Erinnerung zu bleiben. Aber immerhin erfüllt sie alle Erwartungen an romantisch veranlagte Leser.

Der Roman ist zudem in sich geschlossen, auch wenn natürlich im letzten Kapitel schon wieder Andeutungen gemacht werden, wer und was in der letzten Dilogie eine wichtige Rolle spielen könnte.

„The Fallen and the Kiss of Dusk“ schließt die zweite Dilogie der „Crowns of Nyaxia“-Saga solide ab. Es passiert wieder so Einiges - allerdings hat das Abenteuer seine Längen und ist gerade zum Ende hin wieder zu vorhersehbar, weil natürlich bestimmte Gesetzmäßigkeiten des Romantasy-Genres erfüllt werden müssen.