Akane Banashi 1: Jener Tag (Comic)

Akane Banashi 1
Jener Tag
Text: Yuki Suinaga
Zeichnungen: Takamasa Moue
Übersetzung: John Schmitt-Weigand
Loewe Manga, 2025, Taschenbuch, 208 Seiten, 8,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Es gibt Traditionen, die auch im hochmodernen Japan immer noch nicht ausgestorben sind, weil sie einen wichtigen Teil der kulturellen Identität darstellen. Das sind nicht nur bestimmte Ausdrucksformen des Theaters, sondern auch die Kunst des Geschichtenerzählens, die in „Akane Banashi“ vorgestellt wird.


Seit sie klein ist, hat Akane immer zu ihrem Vater hochgeschaut, denn für sie ist er der beste und leidenschaftlichste Geschichtenerzähler der Welt. Doch sie muss auch miterleben, dass er bei seiner wichtigsten Prüfung scheitert und aufgibt.

Das spornt Akane nun ihrerseits an. Auch wenn sie ihren Vater nicht mehr wirklich dazu bringen kann, es wieder zu versuchen, ist sie nicht bereit aufzugeben und strebt schon als junge Schülerin den gleichen Weg wie er an.


Spielerisch, aber doch mit scheinbar sehr viel Hintergrundwissen, stellen die Künstler diese Art der Darstellung ausführlich vor und beschreiben, wie auch heute noch der Weg ist, um selbst ein Geschichtenerzähler zu werden. Denn auf der Kleinkunstbühne muss der Vortragende alle Figuren spielen, sie zum Leben erwecken und die Zuschauer mitreißen, was nicht nur Übung, sondern auch Talent beweist.

Die Geschichten sind dem Alltag entnommen, vielleicht ein wenig modernisiert, um sie an heutige Gegebenheiten anzupassen, aber sie geben all die kleinen Anekdoten in spielerischer Form wieder, die viele aus ihrem eigenen Leben kennen, wenn auch komödiantisch verfremdet.

Die Story nimmt sich sehr viel Zeit, in diese Welt einzuführen und ihre Heldin auf den richtigen Weg zu bringen. Mit viel Humor, aber auch Weisheit, fesselt sie die Leser und macht Lust auf Mehr, denn die richtigen Prüfungen fangen für die junge Heldin erst an.

„Akane Bashi“ punktet mit der liebevollen und doch unterhaltsamen Darstellung einer Kunst, die man hierzulande nicht wirklich kennt und die vielleicht am ehesten mit der der Comedians vergleichbar ist. Dabei wird immer sehr leichtfüßig und mit einem frechen Augenzwinkern erzählt.