James J. Butcher: Dead Man's Hand - Die unorthodoxen Fälle des Grimshaw Griswald Grimsby 1 (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 14. April 2024 07:14

James J. Butcher
Dead Man's Hand
Die unorthodoxen Fälle des Grimshaw Griswald Grimsby 1
(Dead Man's Hand, 2022)
Heyne, 2024, Paperback, 478 Seiten, 17,00 EUR
Rezension von Gunther Barnewald
Der Autor ist der Sohn des Phantastik-Autors Jim Butcher, der vor allem durch seine Serie um den urbanen Magier Harry Dresden bekanntgeworden ist (die in Deutschland erst bei Knaur, dann bei Feder & Schwert und schließlich, in Neuauflagen, aktuell bei Blanvalet erschienen ist).
Und witzigerweise ist nicht nur James J. Butcher der Sohn von Jim, sondern es würde sich auch kein Leser wundern, wenn nicht auch der Protagonist dieser Serie, der den schönen Namen Grimshaw Griswald Grimsby trägt, der Sohn von Harry Dresden wäre. Ist er natürlich nicht (oder doch?). Denn die beiden gleichen
sich doch allzu sehr und auch der Hintergrund der Geschichten weist große Ähnlichkeit auf.
Nur muss man dem Sohn zugestehen, dass sein Debüt deutlich rasanter und schmissiger ausgefallen ist als dies damals beim Vater der Fall gewesen war.
Grimsby ist eine Art magischer Loser, ein Mann, der schon mehrere Chancen im Leben mit Schmackes in den Sand gesetzt hat und der nun als eine Art Clown-Magier für den berühmtesten aller Burger-Brater arbeitet, der in dieser Welt den schön bizarren Namen „Donalds Mächtiges Magisches Königreich des Essens“ trägt.
Als dann die mächtigste Hexe Bostons ermordet wird und man Hinweise darauf findet, dass ausgerechnet die zaubernde Flachpfeife der Täter gewesen sein soll, ist nicht nur Grimsby völlig von den Socken.
Vermittels der Hilfe des mächtigen Jägers Mayflower, der eigentlich angetreten war, seine beste Freundin, die mächtige Hexe, zu rächen, dem aber bald ebenfalls Zweifel an der Schuld des drittklassigen Magiers kommen, begeben sich die beiden auf die Suche nach Täter und Motiv, wobei die Situation natürlich immer brenzliger und tödlicher wird...
Wer Harry Dresden mag, der wird Grimsby und seinen abgekochten Helfer Mayflower lieben müssen. Schräge Charaktere, actionreiche Handlung, dichte Grusel-Atmosphäre und vor allem coole Sprüche beherrschen auch dieses Buch, so wie dies früher für die Geschichten um Harry Dresden galt.
Nur wirken Grimsby und Seinesgleichen eben neu und frisch (und nicht so untot wie Dresden!), und da sie alle so herrlich schön schräg-sympathisch sind, freut man sich schnell über ihre Siege, leidet mit ihren Niederlagen und freut sich auf eine Art Wiederauferstehung der alten Harry-Dresden-Saga mit neuen, absolut liebenswerten Leuten.
Hoffentlich enttäuscht Butcher jr. seine Leser nicht mit den Folgebänden (denn schon bei Daddy gab es zu Anfang ein heftiges Auf und Ab in Ideen und Niveau)!