Seven to Eternity 3: Aufstieg und Fall (Comic)

Rick Remender
Seven to Eternity 3
Aufstieg und Fall
(Seven to Eternity, Vol. 3: Rise to Fall, 2019)
Titelbild und Zeichnungen: Jerome Opena, James Harren
Übersetzung: Annika Klapper
Cross Cult, 2020, Hardcover, 144 Seiten, 30,00 EUR, ISBN 978-3-95981-355-6

Rezension von Christel Scheja

Gut zwei Jahre haben die Leser auf die Fortsetzung von „Seven to Eternity“ warten müssen, einer Fantasy-Serie, die nicht nur Genre-Grenzen durchbricht sondern durchaus auch eine ganz andere Erzählweise wagt als viele andere amerikanische Comics. Auch der dritte Band, „Aufstieg und Fall“, steht in der Tradition francobelgischer Geschichten.

 

Wie gewonnen, so zerronnen. Anstatt den Schlammkönig in sein ewiges Gefängnis zu bringen, wo er keinen Schaden mehr anrichten kann, musste Adam Osidis mit dem „Gott des Flüsterns“ eine unheilige Allianz eingehen, um sich und andere zu retten. Durch diese Aktion hat er es „geschafft“, die ehemaligen Gefährten zu seinen Feinden zu machen. Daher wird er selbst zu einem Gejagten.

Die Reise führt sie alle zu einer Stadt in den Wolken, der Heimat eines verfluchten Volkes, das auf dem Erdboden in Flammen aufgeht. Hier hat sich der Schlammkönig eingenistet. Adam muss viel wagen, selbst sein eigenes Leben in die Waagschale werfen, wenn er seine Freunde und seine Familie retten will. Aber ist er dazu bereit, die richtigen Entscheidungen dann zu treffen, wenn es nötig wird?


Wie auch schon in den Bänden zuvor setzen Rick Remender und sein Team in erster Linie auf eine verschlungene Geschichte voller Grautöne, in der nicht so ganz ersichtlich ist, wer eigentlich gut, und wer böse ist. Denn beide Seiten haben Dreck am Stecken. Selbst die Bewohner der Stadt haben auch ihre dunklen und grausamen Seiten, sind nicht nur die bemitleidenswerten Opfer eines uralten Fluchs, für den auch noch die Sippe Adams verantwortlich ist.

Mehr denn je steht der Held zwischen den Fronten und muss genau abwägen, wem er sich anschließt. Das macht das Vertrauen ihm gegenüber natürlich auch nicht leichter. Die anderen Helden jedenfalls bleiben weiterhin skeptisch und folgen ihrer eigenen Agenda.

Wie in den francobelgischen Comics muss man sich Zeit nehmen, um die Geschichte zu genießen und zumindest halbwegs zu durchschauen. Dabei bleiben dann auch nicht die kleinen aber feinen Fäden verborgen, die sich teilweise verbinden und auch schon erste Weichen für den vierten und letzten Band stellen.

Die Figuren bleiben weiterhin undurchschaubar. Sie sind zwar interessant gestaltet, aber wirklich Sympathie entwickelt man zu ihnen nicht.

Die Zeichnungen sind wie immer phantasievoll und detailreich, gerade die Darstellung der Stadt in den Wolken kann ihre Vorbilder nicht verhehlen, entwickelt aber auch genug Eigendynamik.

„Aufstieg und Fall“ erzählt die dramatischen Geschichte der „Seven to Eternity“-Saga interessant und vielschichtig weiter. Wie immer setzen die Künstler auf eine kryptische Erzählweise im francobelgischen Stil, stellen diesmal aber auch schon überzeugend die Weichen für das Finale und bringen so die Geschichte ein gutes Stück voran.