Doukyusei - Verliebt in meinen Mitschüler 1 (Comic)
- Details
- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 12. September 2019 13:12

Asumiko Nakamura
Doukyusei - Verliebt in meinen Mitschüler 1
Übersetzung: Verena Maser
Cross Cult, 2019, Paperback, 192 Seiten, 10,00 EUR, ISBN 978-3-96433-206-6
Rezension von Christel Scheja
Boys-Love-Geschichten erfreuen sich in Deutschland immer noch großer Beliebtheit, sonst würden nicht immer wieder neue Titel erscheinen. Allerdings müssen sich die Künstlerinnen und Künstler inzwischen schon sehr anstrengen, um Storys zu erzählen, die auch zu fesseln wissen. Daher ist der Ansatz bei „Doukyusei - Verliebt in meinen Mitschüler“ auch etwas anders, als man es gewohnt ist.
Eigentlich konnte der verträumte Hikaru bisher nicht viel mit dem Klassenbesten und unnahbaren Streber Rihito anfangen, mit dem er so gar nichts gemeinsam zu haben scheint. Dann aber beobachtet er eines Tages beim Singen, dass Rihito nur seine Lippen bewegt, aber kein Ton aus seiner Kehler kommt. Er fragt ihn deswegen und erfährt den Grund dafür, wird aber schon bald auch mit einer erwarteten Bitte konfrontiert. Rihito fragt ihn allen Ernstes, ob er ihm das Singen im Privatunterricht beibringen kann. Hikaru geht darauf ein, nicht ahnend, dass die gemeinsam verbrachten Stunden schon bald Einiges zwischen ihnen verändern wird.
Eines muss man der Künstlerin lassen. Sie macht zwar keinen Hehl daraus, dass die beiden Figuren irgendwann zusammenfinden werden, aber bei ihr ist der Weg das Ziel und nicht das Zusammenspiel, wenn man erst einmal im Bett gelandet ist. Sie folgt da einem realistischeren Ansatz und versucht plausibel zu entwickeln, warum die beiden so gut zusammen passen, obwohl sie lange Zeit nichts miteinander zu tun hatten.
Denn Hikaru und Rihito sind grundverschieden; der eine ein Optimist und Träumer, der andere ein strebsamer Realist, den es offensichtlich ärgert, in einem Fach einmal nicht der Beste zu sein, sondern eben unerfahren und schlecht. Auf dieser Basis baut sich zunächst ein eher zurückhaltendes Verhältnis auf, das sich rein auf das Singen lernen konzentriert, erst später lernen sich die beiden besser kennen und gehen auch aufeinander ein.
Bis zu dem Punkt natürlich, in dem sie beide erkennen, dass mehr zwischen ihnen ist, als sie dachten… doch dieser nächste Schritt ist schwer - und wird vorsichtig angegangen. Aus diesem Grund sollte man im ersten Band noch keine leidenschaftlichen Szenen erwarten.
Immerhin spart sich die Künstlerin Albernheiten und benutzt nur wenige Klischees, so dass sich die Geschichte recht lebensnah und glaubwürdig entwickeln kann, auch wenn das Augenzwinkern nicht fehlt. Nur Action sollte man nicht erwarten.
Alles in allem ist „Doukyusei - Verliebt in meinen Mitschüler“ eine nette und realistisch anmutende Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern, die eine gewisse Heiterkeit nicht verleugnen kann, aber auch nicht ins Alberne abdriftet. Wirklich spannend wird es allerdings nicht.