Carlson, Jeff: Plasma (Buch)

Jeff Carlson
Plasma
(Plague War, 2008)
Aus dem Amerikanischen von Birgit Reß-Bohusch
Piper, 2009, Taschenbuch, 408 Seiten, 8,95 EUR, ISBN 978-3-492-26685-7

Von Gunther Barnewald

»Plasma« ist die direkte Fortsetzung von »Nano«, und deutlich niveauvoller geraten als Carlsons Erstling, mit dem das Buch allerdings den hohen Spannungsgehalt teilt.

Dr. Ruth Goldmann ist es inzwischen gelungen, Nanobots gegen die tödliche Seuche zu entwickeln, die fast die gesamte Menschheit ausgerottet hat. Nur in einer Höhe über 3000 Metern haben weltweit Menschen überlebt, die erbittert ums Überleben kämpfen. Die Regierung und führende Militärs der USA haben sich nach Leadville zurückgezogen, wo es der Wissenschaftlerin auch gelingt mit den dortigen Forschungseinrichtungen ein Gegenmittel gegen die verheerenden Nanos zu kreieren.
Doch die Führung in Leadville denkt nicht daran, der Menschheit das Antidot zur Verfügung zu stellen, strebt stattdessen die Weltherrschaft an, weshalb Dr. Goldmann, Cameron Najarro und der junge Soldat Newcombe aus Leadville fliehen.
Auf eigene Faust wollen sie das Gegenmittel an die Überlebenden verteilen, um so, nachdem diese immun gegen die Nanopest geworden sind, allen wieder ausreichend Lebensraum zur Verfügung zu stellen.
Verfolgt von Soldaten aus Leadville müssen sich die drei jedoch durch ein verheertes Land schlagen, in dem die Nanopest noch immer wütet.
Als dann auch noch eine Atombombe auf dem Gebiet der USA detoniert, scheint das Ende der Menschheit endgültig besiegelt. Oder ist dies gar eine zweite Chance für die Rebellen um Najarro und Goldmann?

Auch die Fortsetzung von »Nano« beginnt mit sensationeller Action und lässt befürchten, dass der Autor sein tolles Thema erneut an Oberflächlichkeiten verschenkt. Aber »Plasma« zeigt einen eindeutig reiferen Autor, der sich diesmal seines spannenden Themas bewusst ist und mehr auf seine Protagonisten als auf sensationelle Kämpfe setzt.
So kommt die Action diesmal wohldosiert daher, Carlson setzt mehr auf inhaltliche Ideen und der vorliegende Roman erreicht deshalb eine nahezu optimale Mischung von Handlung, Atmosphäre und starken Charakteren.
Zudem wird das Sujet einigermaßen glaubhaft weiterentwickelt, auch wenn es etwas zweifelhaft erscheint, dass die kümmerlichen Reste der Menschheit wirklich genug Technologie haben retten können, um mehrere neue Varianten der Nanobots zu erschaffen.
Erfreulich ist aber, dass die Handlung immer neue, mehr oder weniger überraschende Haken schlägt, der Leser somit gebannt verfolgt, welchen Fortgang alles nimmt.

»Plasma« ist ein gelungener SF-Thriller und der Rezipient kann nur hoffen, dass der Autor noch weitere Bände vorlegt, welche die Handlung weiter vorantreiben, denn die Frage, ob und wenn ja wie sich die Reste der Menschheit wieder zusammenraufen und weiterentwickeln, dürfte weitere packende Abenteuer verheißen.