Anette Schaumlöffel: Die vergessenen Götter (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Dienstag, 25. August 2026 19:41

Anette Schaumlöffel
Die vergessenen Götter
2004, Paperback, 452 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Mit „Die vergessenen Götter“ konnte Anette Schaumlöffel 2004 nicht nur ihr Wissen über nordische Mythologie in einem Roman veröffentlichen, die Geschichte wurde auch zu ihrem Debüt. In dieser Urban-Fantasy-Geschichte wird eine ganz normale junge Frau auf einmal mit Göttern wie Odin konfrontiert.
Ariane hat mit Karriereplänen und -wünschen erst einmal abgeschlossen und fristet ihr Leben als Sekretärin. Auch hat sie sich mit ihrem renovierungsbedürftigen Häuschen arrangiert. Das ändert sich aber, als ein Fremder in ihr Leben stolpert. Und dieser ist kein anderer als Odin, der Göttervater selbst.
In einer Zeit, in der die meisten Menschen längst an andere Dinge glauben, hat er keine Aufgaben mehr, aber er sucht sich welche. Und ausgerechnet jetzt kommt ihm ein alter Rivale in die Quere, der auch dafür sorgt, dass Ariane nicht mehr so schnell zur Ruhe kommt und ein wildes Abenteuer nach dem anderen erlebt.
Manchmal wünscht man sich Dinge, bei denen man schon bald bereut, dass sie eingetreten sind, vor allem wenn alles anfängt zu entgleisen und die Kontrolle in anderen Händen liegen. Zunächst will die junge Frau nicht unbedingt glauben, dass sie es mit einem Gott zu tun hat, aber bald bleibt ihr keine Wahl mehr. Denn ein Abenteuer beginnt, dass sie sich so nicht vorgestellt hat.
Es gilt, eine Schnitzeljagd durch einige Städte Europas zu überleben und sich mit den Attacken des großen Gegenspielers herumzuschlagen. Sie bleibt dann auch nicht die Einzige, die unter den gelangweilten Göttern zu leiden hat.
Und das ist das Besondere in dieser Geschichte, die bewusst mit den Konditionen des Genres bricht, denn natürlich ist Ariane nicht die Auserwählte mit den besonderen Kräften, sondern gerät eher zufällig in den Ärger, auch trägt Odin sie nicht unbedingt auf Händen, sein Gegenspieler schon gar nicht.
Es liegt ganz allein an der Heldin, herauszufinden, wem sie trauen kann und mag, was sie zulassen will und wann sie auch einen Schlussstrich zieht.
Die Story wird mit einem Augenzwinkern in Szene gesetzt, die Figuren, vor allem Odin und andere, nehmen sich selbst nicht ganz so ernst. Und auch die menschlichen Charaktere wirken sehr glaubwürdig und lebensnah.
„Die vergessenen Götter“ ist ein liebenswertes Spiel mit der nordischen Mythologie und ihren Göttern, mit abgedrehten Abenteuern und doch auch einem leichtfüßigen Schreibstil, der dem Geschehen eine amüsante Note verleiht. Zudem werden viele gerade heute übliche Klischees gegen den Strich gebürstet.