Reinhold Zitzlsperger: Wie die Göttinnen auf die Erde kamen (Buch)

Reinhold Zitzlsperger
Wie die Göttinnen auf die Erde kamen
2026, Paperback, 656 Seiten, 17,12 EUR

Rezension von Christel Scheja

Manchmal sind es spontane Ideen, die zu Geschichten führen. Reinhold Zitzlsperger war schon in seiner Jugend Fan der Phantastischen Literatur und hat sich deutlich von den großen Klassikern wie etwa von Asimow, Lem und nicht zuletzt Le Guin prägen lassen. Das merkt man seinem Debüt „Wie die Göttinnen auf die Erde kamen“ deutlich an.


Die Klima-Katastrophe veränderte die Erde in den letzten zweihundert Jahren deutlich. Zwar gelang es vorher noch, den Mars zu besiedeln, doch dieser ist ressourcenarm geblieben, so dass letztendlich eine Expedition auf die Erde zurückkehrt, um festzustellen, wie es mittlerweile dort aussieht.

Auf der Erde haben die Menschen Mittel und Wege gefunden, um in den Ruinen der Zivilisation zu überleben. Während Einige einen naturnahen Weg gefunden haben und die Hilfe der „Göttinnen“ begrüßen, gibt es natürlich auch die, die aus allem nichts gelernt haben. Und schließlich erwacht auch noch eine andere Gefahr.


In seiner Geschichte vereint der Autor sehr viele Themen auf einmal, die sicherlich eine ganze Reihe von Romanen hätten füllen können. So kann er auch gar nicht wirklich dem gerecht werden, was er vermitteln will.

Das liegt auch ein wenig an der Vielzahl der Figuren, aus deren Sicht kleine Stücke der großen Geschehnisse erzählt werden. Einige lernt man dadurch besser kennen, aber nicht genug, um eine Bindung aufzubauen. Bei anderen wird zwar eine bestimmte Motivation deutlich, aber leider werden diese dann nicht mehr aufgegriffen.

Der Autor spielt mit menschlichen Eigenarten, die vermutlich auch in der Zukunft immer wieder die Geschichte der Welt ändern werden. Er bietet den Ewiggestrigen ebenso Raum wie den Progressiven, lässt Anschauungen aufeinandertreffen, wobei Erstere generell schlechter wegkommen.

Ein wenig Action ist auch mit dabei, aber dennoch kann das die Längen, die stellenweise durch zu viel Geplänkel entstehen, nicht ausgleichen. Während die Menschen auf der Stelle treten, entwickelt sich allerdings eine weitere Gruppe so, dass sie zu einem wichtigen dritten Machtfaktor zwischen Menschen und Marsianern werden.

Während die Geschichte Klimawandel und menschliche Schwächen eher oberflächlich behandelt, beweist der Autor gegenüber den Maschinenwesen mehr Fingerspitzengefühl und bringt einen durch die philosophischen Exkurse auch zum Nachdenken.

Alles in allem hat der Roman aber dennoch seine Schwächen, weil er zuviel auf einmal vermitteln will und dadurch weder den Figuren noch den Themen wirklich gerecht werden kann.

So bleibt bei „Wie die Göttinnen auf die Erde kamen“ ein eher zwiespältiger Eindruck. Denn auch wenn einige Themen sehr interessant sind, so kommen die meisten Ideen doch viel zu kurz. Zudem wirkt der Roman durch die vielen Perspektivwechsel sehr zerrissen und gegenüber den Figuren distanziert.