Naomi Novik: Zeit nach Mitternacht - 13 Kurzgeschichten aus den fantastischen Welten der Bestsellerautorin (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 09. August 2026 11:39

Naomi Novik
Zeit nach Mitternacht
13 Kurzgeschichten aus den fantastischen Welten der Bestsellerautorin
(Buried Deep and Other Stories, 2024)
Übersetzung: Marianne Schmidt
cbt, 2026, Paperback, 528 Seiten, 16,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Vor allem durch ihre Fantasy-Reihen um „Die Feuerreiter Seiner Majestät“ und die „Scholomance“-Trilogie ist Naomi Novik in Deutschland zu einer beliebten Autorin geworden, die Jung und Alt gleichermaßen in den Bann zu schlagen weiß. Denn ihre Geschichten kommen mit vielen Überraschungen einher.
Das merkt man auch der Kurzgeschichten-Sammlung an, die bereits aus Anthologien bekannte Erzählungen enthält, aber auch einen Ausblick auf die nächste große Fantasy-Saga gibt.
Daher gibt es ein Wiedersehen mit der Scholomance, auf der eine Pilzhexe ihr Kratzen hat, denn natürlich muss auch sie um ihr Leben fürchten.
Novik stellt sich auch vor, was wäre, wenn Elizabeth Bennet aus „Stolz und Vorurteil“ eine Feuerreiterin wäre, sich aber dennoch in die gesellschaftlichen Intrigen rund um Lord Darcy hineinziehen lässt.
Und nicht zuletzt gibt es die Urversion von „Das kalte Reich des Silbers“ zu lesen.
Die Autorin selbst hat das Buch zusammengestellt, wie man ihren Vorworten und den jeweiligen Einleitungen anmerkt. Sie macht dabei aus ihrer Leidenschaft für osteuropäische Mythen und Märchen keinen Hehl und liebt es, Rollen-Klischees auf den Kopf zu stellen, wie man nicht nur an den Figuren Jane Austens merkt. Denn auch wenn sie versucht, das Flair der Regency-Ära und die klassische Piraten-Romantik zu wahren, so sind doch vor allem ihre Heldinnen nicht auf den Kopf gefallen und wissen genau, was sie wollen. Um das zu erreichen und dennoch ihre Stellung zu bewahren, wissen sie auch zu tricksen.
Die einzelnen Erzählungen sind abwechslungsreich gehalten. Zwar schwingt in vielen ein gewisser Humor mit, werden ein paar Dinge nicht allzu ernst genommen, so gibt es doch auch den einen oder andere dunklen und fiesen Moment. Dennoch findet sie eine gute Balance und bietet damit ungetrübtes Lesevergnügen.
Vor allem die letzte Geschichte ist interessant, bietet sie doch in einem verspielten Text einen ersten interessanten Einblick in die neue Welt der Autorin, in der es vermutlich sehr abenteuerlich auf Entdeckungsreisen gehen wird, garniert mit einer Atmosphäre wie aus dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert.
Das Ganze ist tatsächlich einen Blick wert, wenn man die Autorin schätzt und auch nichts gegen spannende Abenteuer einzuwenden hat. Die Geschichten sind auch ohne Vorkenntnisse verständlich, obwohl das eine oder andere nur Fans der jeweiligen Reihe auffallen dürfte.
„Zeit nach Mitternacht“ ist kurzweiliger und spannender Lesestoff für alle Fans der magischen und phantastischen Welten von Naomi Novik, die schon lange auf Nachschub warten und durch die bunte Mischung gleich mehrfach belohnt werden dürften.