Neon Yang: Die letzte Tochter der Drachen (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 02. August 2026 08:10

Neon Yang
Die letzte Tochter der Drachen
(Brighter than Scale, Swifter than Flame. 2025)
Übersetzung: Wolfgang Thon
Piper, 2026, Hardcover, 192 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Geschichten über Drachentöter gibt es viele, denn natürlich war schon in Sagen und Mythen immer die Krönung eines Helden-Abenteuers, eine solche Kreatur zu erlegen. Und seit es Fantasy gibt, wurde das auch auf die Unterhaltungsliteratur übertragen.
Allerdings verleiht Neon Yang dem Ganzen in „Die letzte Tochter des Drachen“ eine ganz eigene Note.
Yeva gehört schon seit vielen Jahren zu den legendären, weil begnadeten Drachentötern des Sonnenreiches. Dennoch fühlt sie sich immer noch wie eine Fremde, denn ihre Mutter stammt eigentlich aus Quanbao, einem Land, in dem Drachen ganz anders behandelt werden.
Eines Tages soll sie einen Drachen an der Grenze dieses Bergkönigreichs erlegen. Dabei wird sie von der Herrscherin des Landes eingeladen. Und langsam, aber sicher, gewinnen nicht nur die junge Königin, sondern auch das Land und seine Kultur Yevas Herz.
Manchmal bedarf es nur einer Novelle, um eine lebendige und einfühlsame Geschichte zu erzählen, in der es vielleicht auch um Liebe, aber mehr noch um die lange Suche nach sich selbst geht. Denn Yeva mag in den Augen ihrer Umgebung zwar eine Heldin sein, eine verehrte Kriegerin, aber sie fühlt sich falsch und unfertig. Erst an der Seite von Sookhee, der jungen Herrscherin, sieht das anders aus.
Sie erfährt in der Folge nicht nur mehr über die Vergangenheit ihrer Mutter, sondern auch über sich selbst. Und deshalb wird es regelrecht dramatisch, als sich einige Geheimnisse enthüllen und die Heldin eine klare Entscheidung treffen muss.
Das Ganze wird vielleicht auf den ersten Blick unspektakulär erzählt, aber dennoch schlägt die Erzählung schnell in den Bann, weil sie nahe an den Figuren bleibt und diese fein charakterisiert, so dass man mit ihnen fühlt und fiebert.
Auch die queere Repräsentation fließt gelungen und harmonisch in die Handlung ein. Letztendlich fügen sich Andeutungen und Hinweise zu einem runden Bild zusammen, so dass das Ende mehr als gut zur Geschichte passt.
„Die letzte Tochter des Drachen“ ist eine ansprechend erzählte und spannende Novelle, die all denen gefallen dürfte, die es lieben, wenn Legenden entmythologisiert werden und die wahren Menschen dahinter zum Vorschein kommen. Und in denen die magische Seite des Abenteuers einen hohen Stellenwert hat. Zudem liegt in der Kürze die Würze - die Novelle hat genau die richtige Länge.