Olivie Blake: Gifted & Talented - Aufstieg und Fall einer magischen Familie (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Dienstag, 28. Juli 2026 10:47

Olivie Blake
Gifted & Talented - Aufstieg und Fall einer magischen Familie
(Gifted & Talented, 2025)
Übersetzung: Heide Franck & Alexandra Jordan
Titelbild: Jamie Stafford-Hill
Tor, 2026, Hardcover, 656 Seiten, 26,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Olive Blake dürfte den meisten Lesern durch ihre „Atlas Six“-Reihe bekannt sein. In der letzten Zeit erscheinen aber auch immer mehr Einzelromane aus ihrer Feder in Deutschland, so wie der hier vorliegende Titel „Gifted & Talented - Aufstieg und Fall einer magischen Familie“.
Thayer Wren hat über viele Jahre hinweg ein erfolgreiches Unternehmen geleitet, das wie kein anderes Magie und Technologie miteinander verbinden konnte. Doch nun scheidet der übermächtige Patriarch aus dem Leben und hinterlässt einen Trümmerhaufen für seine Kinder.
Denn die sind längst eigene Wege gegangen, zumindest die ersten beiden haben versucht sich mit ihren Karrieren von der Familie zu lösen. Aber nun müssen sie wieder zusammenkommen und enthüllen, dass sich hinter ihrer erfolgreichen Fassade Lügen und psychische Probleme verstecken, Leben, die vielleicht nicht so echt sind, wie sie es vorgeben.
Und natürlich hat auch die Jüngste, Eilidh - die dem Vater am nächsten stand -, ihr Kratzen, weil sie durch eine Verletzung ihre Karriere als Balletttänzerin aufgeben musste und nun nur noch in der Firma arbeiten kann. Letztendlich aber müssen sich die Geschwister wieder zusammenraufen und eine Lösung finden.
Denn über allem schwebt auch noch der letzte Wille des Vaters, von dem sie zwar eine ganze Menge, aber eines nie wirklich bekommen haben: Anerkennung und Liebe.
Die Geschichte erzählt nun also, wie die Geschwister nach dem Tod wieder aufeinandertreffen, nach und nach, was sie zu dem gemacht hat, was sie sind und wie dysfunktional ihre Familie schon in früheren Zeiten war.
Magie schwingt zwar immer wieder mit, spielt aber tatsächlich eine untergeordnete Rolle, denn es geht vor allem um eine feine Figurenzeichnung der vielschichtigen Charaktere und ihres direkten Umfeldes, das offenbar auch noch ein paar Worte mitzureden hat.
Die Handlung spielt mit Selbsttäuschung und Verleugnung, mit den Ängsten der Geschwister und den Lügen, die sie sich und anderen aufgetischt haben.
Das alles wird allerdings ziemlich in die Länge gezogen. Über weite Strecken gibt es nur Geplänkel zwischen den Figuren, Einschübe aus einer anderen Sicht und quälend langsam getroffene Entscheidungen. Wer mit fein ausgearbeiteten Familien-Dramen nichts am Hut hat, wird sich spätestens ab der Mitte durch die Handlung quälen müssen, die am Ende auch nicht gerade befriedigend endet. Und so wirklich spielt auch der magische Hintergrund keine Rolle, der Einfluss ist verschwindend gering.
„Gifted & Talented - Aufstieg und Fall einer magischen Familie“ ist deshalb nicht wirklich ein phantastischer Roman, sondern eher ein fein aufgebautes Familien-Drama, in dem vor allem die Dysfunktionalität der Strukturen im Raum steht, garniert mit interessanten Figurenzeichnungen, aber ohne wirklich besondere magische Enthüllungen. Zudem hat die Geschichte ziemliche Längen, die ab der Mitte den Leser regelrecht herausfordern.