S. L. Crest: Sturmthron (Buch)

S. L. Crest
Sturmthron
Krone des Phönix 2
Piper, 2026, Paperback, 464 Seiten, 17,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Nach „Phönixkrone“ folgt nun „Sturmthron“, der Band, der den Zweiteiler von S. L. Crest nun auch zu einem Ende führen wird. Und die Leser dürfen gespannt sein, ob die Geschichte nun doch noch zur Romantasy wechselt oder doch eher ein magisches Abenteuer bleibt.


Der Prinzenkampf ist vorüber und Alyssa hat knapp gegen Nardul Elfhain verloren, einen Lord, den sie eigentlich für ihren Verbündeten hielt. Verbittert und schwerverletzt leckt sie ihre Wunden und sinnt auf Rache. Denn auch sie hat sich mit einem mächtigen Phönix verbunden.

Derweil versucht Nardul das Beste aus seiner Situation zu machen. Er mag jetzt zwar der Kronprinz sein, aber er weiß um Alyssas Wut über den Verrat. Und am Horizont zieht eine weitere Gefahr herauf, ein Schatten aus der Vergangenheit, der vielleicht von ihm wie auch von der Heilerin fordern wird, zusammenzuarbeiten.


Leser, die vom ersten Band begeistert waren, weil die Autorin nicht den üblichen Konventionen der Romantasy folgte, können aufatmen. Denn auch im abschließenden Teil der Dilogie bleibt sich die Autorin treu, von Liebe oder gar von Leidenschaft ist auch weiterhin nichts zu spüren.

Über weite Strecken bleiben Nardul und Alyssa voneinander getrennt. Während der junge Mann wieder am Hof ist, und merkt, dass es kein Zuckerschlecken ist, der Kronprinz zu sein, da sowohl der König als auch die mächtigen Familien munter intrigieren, versucht Alyssa herauszufinden, was sie jetzt eigentlich will. Denn immerhin fühlt sie sich von allen und jedem verraten, vor allem von denen, denen sie am meisten vertraut hat. Aber für Rache bleibt keine Zeit, denn eine weitere Gefahr wird subtil eingeführt und ausgeweitet. Schon bald sorgt das dafür, dass die Hauptfiguren sehen müssen, dass sie wieder zusammenarbeiten. Davon lebt aber auch das Abenteuer. Denn es geht in erster Linie darum, das Vertrauen zueinander wieder zu finden und dadurch ohne Schwierigkeiten zusammen zu arbeiten.

Leidenschaftliche Liebe spielt in der Handlung deshalb keine Rolle, eher Freundschaft, sowie der Kampf gegen eine größere Gefahr, die alles von den Helden fordern wird.

Die Figuren entwickeln sich angenehm weiter, der Leser erfährt so einige ihrer Geheimnisse, so dass sie ihnen vielleicht umso mehr ans Herz wachsen. Zudem kann auch das Ende überzeugen, denn die Autorin folgt dem Tenor der Geschichte und erzwingt kein Happy End. Letztendlich bleiben sogar ein paar Anknüpfungspunkte für eine Fortsetzung offen, die kommen kann aber nicht muss.

„Sturmthron“ führt die Dilogie nach „Phönixkrone“ spannend und glaubwürdig weiter. Auch diesmal überrascht S. L. Crest mit einer Handlung, die auf das Abenteuer setzt und Charakter-Entwicklung vor eine mögliche Beziehung stellt. Denn auch das in sich geschlossene Ende ist etwas anders als man vermuten mag, auch wenn es Interpretationen in alle Richtungen erlaubt.