Alexis Patton: Us Dark Few (Buch)

Alexis Patton
Us Dark Few
Us Dark Few 1
(Us Dark Few, 2026)
Übersetzung: Michaela Link
cbt, 2026, Paperback, 432 Seiten, 15,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Nicht zuletzt seit „The Hunger Games“ und der „Divergent“-Reihe sind Dystopien aus der Jugendliteratur nicht mehr wegzudenken, geben sie doch jungen Helden den Raum, um ihre Freiheit zu kämpfen und dabei dramatische Abenteuer zu erleben. Dabei wird mittlerweile auch nicht mehr viel schöngeredet, wie der Auftakt der „Us Dark View“-Reihe zeigt.

 

Khalani Kanes lebt seit ihrer Geburt in einer unterirdischen Stadt. Sie hat noch nie das Tageslicht gesehen und ihre Eltern durch das tyrannische System einiger mächtiger Männer verloren. Und nun wird sie selbst wegen einer Nichtigkeit festgesetzt und verurteilt.

Sie soll im Gefängnis sterben - und tatsächlich hat dieses, das mehr oder weniger Arbeitslager ist, noch nie jemand verlassen. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer am Horizont in Gestalt des Wächters Takeshi Steele.


Die Autorin bietet all das, was zu diesen Geschichten gehört. Die Heldin wächst in einem repressiven System auf, in dem eine kleine Elite und ihr Anführer tyrannisch über die einfachen Menschen herrscht, die kaum über die Runden kommen.

Aufstände wurden und werden grausam niedergeschlagen, jeder der in irgendeiner Form aufmuckt und sei es nur, indem er oder sie verbotene Schriften mit sich trägt, der landet mehr oder weniger schnell im Gefängnis, so wie die Heldin selbst. Und dort wird sie natürlich erst einmal untergebuttert und grausam behandelt. Die Gewalt bleibt allerdings auf einem jugendfreien Niveau, das trifft auch auf die angedeuteten sexuellen Nötigungen zu.

Und wie man sich denken kann, trifft sie natürlich schon bald auf die Richtigen, die selbst in diesem Gefängnis den Widerstand organisieren. Damit es spannend bleibt, ist ihr Gegenpart ein Mann, dem sie nicht unbedingt trauen kann und sollte.

So wird eine Handlung abgespult, die sich trotz einiger Eigenarten seltsam vertraut anfühlt, weil sich die Autorin mehr oder weniger bekannter Versatzstücke bedient und auch die Figuren anfangs wie Archetypen wirken. Dennoch gibt es gelegentlich ein paar nette Überraschungen und zum Ende auch Entwicklungen, die neugierig auf die Fortsetzung machen.

Der SF-Anteil dient allerdings in erster Linie dazu, um Atmosphäre zu schaffen, die Erklärungen, die für Genre-Fans normalerweise geliefert werden, fehlen.

Alles in allem ist „Us Dark Few“ der solide Auftakt einer unterhaltsamen Dystopie aus dem Young-Adult-Bereich, die durchaus Erinnerungen an „Divergent“ weckt, aber einen etwas anderen Weg geht und immerhin genug Hinweise auswirft, um neugierig auf Mehr zu machen.