Dirk Osgyus: Selbstverschuldet (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 07. Juni 2026 07:11

Dirk Osgyus
Selbstverschuldet
Kommissar Gerste 4
2025, Paperback, 350 Seiten, 17,99 EUR
Rezension von Christel Scheja
Mit „Selbstverschuldet“ kommt die kleine Reihe der Wuppertal-Thriller um Kommissar Gerste und seine Kollegin Meier erst einmal zu einem Abschluss. Und selbstverständlich ist auch wieder Irene, die Mutter von Gerste, mit von der Partie.
Auch Kriminalkommissare werden einmal alt und ihre Knochen wie auch Gelenke spüren den Verschleiß. Deshalb liegt der Hauptteil der Arbeit nun an seiner Kollegin und Stellvertreterin Corinna Meier, die es erst einmal mit einem entführten Baby zu tun bekommt und dann besonders bestialischen Mordfällen.
Verbindendes Element ist eine besondere Rose, die sich sowohl im leeren Bettchen des Babys wie auch im Mund eines toten Mannes befindet, der Tage später auf dem Friedhof gefunden wird. Während Corinna sich ihre ersten Sporen verdient, muss Gerste lernen, sich nicht allzu sehr einzumischen und seiner Kollegin zu vertrauen…
Es gehört scheinbar dazu, dass Dirk Osgyus dem Täter, diesmal eine Frau, ebenfalls eine Stimme gibt, denn einige Kapitel sind aus ihrer Sicht geschildert, Man versteht so besser, warum sie das Kind entführt und später auch noch einige Menschen umbringt.
Der Schwerpunkt liegt allerdings auf der Ermittlungsarbeit der Polizei, die erst einmal vor ziemlichen Rätseln steht, aber nach und nach der Spur immer näherkommt, so makaber diese auch sein mag. Dazu kommen die persönlichen Befindlichkeiten der Charaktere, die sie aber umso menschlicher machen. Viele, die ebenfalls vor Operationen stehen, dürften mit Gerste mitfühlen. Und nicht zuletzt bekommt Meier die Gelegenheit, sich zu bewähren und eigene Wege zu gehen.
Das Ganze wird wieder mit einem Schuss makabren Humors und viel Lokalkolorit in Szene gesetzt. Die Handlung wird flott und abwechslungsreich erzählt, wenngleich dieses Mal das Ende irgendwie gehetzt wirkt und den Leser nicht ganz so zufrieden zurücklässt wie bei den vorhergehenden Romanen.
„Selbstverschuldet“ schließt die Reihe um Kommissar Gerste und Corinna Meier erst einmal ab und bietet noch einmal einen spannenden Fall, garniert mit bitterbösem Humor und natürlich auch jeder Menge Lokalkolorit.