Marcela Danielová: Seifenblase des Glücks (Buch)

Marcela Danielová
Seifenblase des Glücks
2025, Paperback, 186 Seiten, 19,40 EUR

Rezension von Christel Scheja

Marcela Danielová ist gebürtige Tschechin, lebt aber heute in Österreich und arbeitet als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Dabei kommt sie mit vielen Menschen in Berührung, was sie vielleicht auch dazu bewegte, über Probleme wie Gewalt, Rassismus, Intoleranz und Ablehnung zu schreiben, wie sie auch in ihrem Buch „Seifenblase des Glücks“ beweist.


Mira ist eine junge indische Müllsammlerin. Aber als sie heranwächst, enthüllt sich ihre Schönheit, die durch ihre unterschiedlichen Augen - eines schwarz, das andere fast smaragdgrün - noch unterstrichen wird. Doch die Gesellschaft meint es nicht gut mit ihr.

Denn obwohl sie hochbegabt ist, bekommt sie so gut wie nie Antworten auf ihre klugen Fragen, erlebt Gewalt, Unterdrückung und eine Zwangsehe. Und mehr als einmal zerplatzen Glücksmomente wie Seifenblasen. Doch Mira gibt nicht auf.


Der Titel deutet schon an, um was es in dieser Geschichte geht - den steinigen Lebensweg einer jungen Inderin aus einfachen Verhältnissen, die immer wieder Hoffnung schöpfen darf, aber auch die bitteren Seiten des Frauenlebens mitbekommt.

Als Frau ist sie weniger wert als jeder Mann, wird misshandelt, fast getötet und sogar in einen Harem gesteckt. Aber letztendlich zerbricht sie nicht daran, sondern kämpft weiter um Momente des Glücks, ohne dabei ihre Menschlichkeit zu vergessen.

Verwoben ist ihr Schicksal mit dem eines englischen Arztes, dessen Weg sie mehrfach kreuzt. Aber das ist auch genau eine der Schwächen des Buches. Denn ganz offenbar muss die Hilfe wieder aus dem westlichen Umfeld kommen und nicht aus Bewegungen aus dem Umfeld heraus.

Ebenso stört auch, dass man die Geschichte zeitlich und auch vom Ort her nicht wirklich verorten kann. Der Einsatz von Computern deutet an, dass die Handlung irgendwann ab dem Anfang der 1990er Jahre spielen könnte, aber nicht unbedingt heute.

Die Schilderungen des alltäglichen Lebens einer jungen indischen Frau sind dennoch sehr lebendig und einfühlsam, nehmen den westlichen Leser mit auf die Reise, allerdings wird man durch das abrupte Ende doch sehr im Stich gelassen. Aber vielleicht war das von der Autorin auch so beabsichtigt.

Alles in allem hat „Seifenblase des Glücks“ seine Stärken, wenn es um die eindringlichen und gefühlvollen Schilderungen rund um Miras Leben geht, aber leider auch ein paar unübersehbare Schwächen, gerade was die Nebenhandlung und nicht zuletzt das unbefriedigende Ende angeht.