Brandon Sanderson: Das Herz der Sonne - Ein Kosmeer-Roman (Buch)

Brandon Sanderson
Das Herz der Sonne
Ein Kosmeer-Roman
(The Sunlit Man, 2023)
Übersetzung: Michael Siefener
Illustrationen: Ernanda Souza
Heyne, 2026, Paperback, 464 Seiten, 18,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Brandon Sanderson ist inzwischen eine der etablierten Stimmen in der Fantasy, der mit seinen Geschichten immer wieder die klassischen Konventionen durchbricht und damit auch frischen Wind in das Genre bringt. Viele seiner Geschichten sind im „Kosmeer“-Universum angesiedelt, so wie der hier vorliegende Einzelband „Das Herz der Sonne“.


Er erwacht in einer fremden Welt, ohne Erinnerungen an das, was vorher war und völlig benommen. Ehe er reagieren kannn, wird er eingesammelt und mit anderen Menschen in der Morgendämmerung angekettet. Allerdings überlebt er in den Strahlen der Sonne.

Das weckt die Neugier der Menschen, die ihn erst genau so wenig verstehen so wie er sie. Doch schon bald zeigt sich, dass „Nomad“ mehr oder weniger gekommen ist, um zum Helden der Welt zu werden und gegen den „Zunderkönig“ zu kämpfen.


Man merkt, dass der Roman eines von Sandersons „geheimen Projekten“ ist, denn diese Geschichte hat eine andere Dynamik als die, die direkt von einem Verlag angefordert wurden und erlaubt sich auch ziemliche Freiheiten bei der Gestaltung der Welt und der dort lebenden Kulturen. Aber er lässt es sich auch nicht nehmen, neben der Technologie und Magie auch noch die beiden unterschiedlichen Gruppen vorzustellen, die wir durch die Augen des Helden kennenlernen.

Die Handlung mag zwar sehr viele bekannte Muster verwendet, aber auch hier überrascht er immer wieder mit Wendungen, die man so nicht erwartet hat, was ebenfalls für Spannung sorgt. Das Ganze ist dazu auch noch mit Verweisen auf das restliche „Kosmeer“-Universum gespickt, die Neueinsteiger nicht stören, aber ein Fest für die Fans sind.

Allein die Figuren wirken ein wenig unnahbar, vor allem Nomad, der emotional auf Distanz zum Leser bleibt. Bei einigen der Nebencharaktere sieht es etwas besser aus, da man sich mit den normalen Menschen irgendwie verbundener fühlt.

Interessant ist auch, dass Sanderson zwar viel, aber nicht alles im Detail beschreibt und so auch Platz für eigene Vorstellungen lässt.

Alles in allem entsteht so ein runder Roman, der sich durch seine Gestaltung - einem Mann, der seine Erinnerung wiederfinden muss - vielleicht auch dazu eignet, um einen Blick in das „Kosmeer“-Universum zu werfen und sich dabei ein erstes Bild zu machen, das vielleicht Interesse auf Sandersons andere Werke weckt.

„Das Herz der Sonne“ ist ein Einzelroman aus dem „Kosmeer“-Universum, der durchaus neugierig auf die anderen Geschichten Sandersons macht, die dort spielen. Er eignet sich durch seine Länge und seine Alleinstellung auf jeden Fall gut für Neueinsteiger. Und ist nun auch in einer kostengünstigeren Paperback-Ausgabe erschienen.