Josh Silver: Happy Head (Buch)

Josh Silver
Happy Head
Happy Head 1
(Happy Head, 2023)
Übersetzung: Jessika Komina & Sandra Knuffinke
Magellan, 2026, Paperback, 416 Seiten, 22,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Der Magellan-Verlag scheint sich zur Aufgabe gemacht zu haben, Geschichten für Jugendliche zu erzählen, die aus dem Mainstream ausbrechen, ernste Themen ansprechen, aber auch für queere Ideen offen sind. Das ist auch dem ersten Band der Near-Future-Thriller-Reihe „Happy Head“ anzumerken.


Ein experimentelles Mental Health Project soll die nationale Krise unglücklicher und psychisch kranker Teenager lösen. Seb gehört zu denen, die für das Projekt „Happy Head“ ausgewählt wird. Zwei Wochen soll er in dem Camp bleiben, eine Chance, zu der er nicht „Nein“ sagt.

Doch schon kurz nach der Ankunft merkt Seb, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen vor sich geht. Die Herausforderungen, die er und die anderen Probanden mitmachen müssen, sind äußerst seltsam. Und als er sich dann auch noch zu dem rebellischen Finn hingezogen fühlt, erwacht auch in ihm das Verlangen, herauszufinden, was gerade mit ihnen passiert.


Es ist sicherlich keine neue Geschichte, die Josh Silver da erzählt, denn es gibt immer wieder Thriller, in denen Jugendliche sich plötzlich in einem dystopischen Szenario wiederfinden, aus dem es kein Entkommen gibt.

Der Vergleich mit „Squid Game“ ist vielleicht ein wenig weit hergeholt, aber die Ideen, die in der Geschichte verarbeitet werden, könnten durchaus im Playbook von reaktionären Gruppen wie der Heritage Foundation stehen, um sich so nach und nach eine gehorsame Elite für die Zukunft heranzuziehen.

Seb und Finn sind diejenigen, die nachforschen und den Geheimnissen auf den Grund gehen wollen, die schließlich sogar der Wahrheit auf die Spur kommen. Zugleich entwickeln sie Gefühle füreinander.

Die Handlung ist durch die einzelnen Challenges recht spannend, zumal man nie weiß, was sich die Drahtzieher haben einfallen lassen. Das gibt aber auch die Möglichkeit, immer wieder neue Hinweise in den Raum zu stellen und so die Aufmerksamkeit der Leser auf das, was im Hintergrund vor sich geht, zu wecken.

Die Charaktere sind lebensnah gestaltet, gerade Seb ist jemand, mit dem sich vermutlich viele identifizieren können. Er ergänzt sich dabei wunderbar mit dem rebellischen Finn, der das besitzt, was dem Ich-Erzähler fehlt: Ein gesundes Misstrauen und einen Hang zur Rebellion.

Auch die queeren Elemente sind glaubwürdig in die Handlung eingebaut, die allerdings mit einem fiesen Cliffhanger endet.

Das macht „Happy Head“ zu einem spannenden Near Future Thriller, der mit einem glaubwürdigen Szenario spielt, dabei immer wieder aufs Neue überrascht und zudem mit sympathischen Hauptcharakteren punkten kann. Gerade durch seine realistischen Schilderungen und Ideen bringt der Autor sicherlich den einen oder anderen Leser zum Nachdenken.