Alexandra Weber: Vermiss dein nicht - Kriminelle Trauerfälle 1 (Buch)

Alexandra Weber
Vermiss dein nicht
Kriminelle Trauerfälle 1
2026, Paperback, 416 Seiten, 16,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Nach Romanen, die bisher eher unabhängig voneinander waren, obwohl die eine oder andere Figur mehrfach auftauchte, startet Alexandra Weber mit „Vermiss dein nicht“ nun eine kleine Reihe um „Kriminelle Trauerfälle“.


Die Ehe ist gescheitert und beruflich ist sie am Ende. Lydia, die ihr Geld als freie Trauerrednerin verdient, ist mehr als frustriert und setzt den neuen Auftrag übelst in den Sand. So ist sie letztendlich dazu gezwungen, das bizarre Angebot von Vincent anzunehmen.

Sie soll eine Trauerrede für eine Künstliche Intelligenz halten, die den ihr fremden Mann immer mehr in seinem Smart Home tyrannisiert. Doch als sie einige Zeit in dem Haus verbringt, merkt sie, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt…

Natürlich hat der Auftraggeber, der viel Geld zahlen will, der Trauerrednerin nur einen Bruchteil dessen erzählt, was wirklich vorgefallen ist, so dass sich Lydia schon bald in einem Netz aus Lügen wiederfindet. Denn auch die KI reagiert nicht unbedingt so, wie man es gewohnt ist, scheint menschlicher zu sein als gedacht.


Geschickt spinnt Alexandra Weber einen Fall, der es in sich hat, denn die Wahrheit, die man auf der einen Seite noch präsentiert bekommt, erweist sich auf der nächsten vielleicht schon als Lüge. Und nicht zuletzt kommen nach und nach auch Geheimnisse ans Licht, die im Garten begraben liegen.

Hat sich Lydia von einem Psychopathen einfangen lassen? Auch ihr Freund und eine junge aufstrebende Reporterin haben das Gefühl und mischen sich schon bald ein. Hier gibt es auch ein kleines Wiedersehen mit Celine, die keine Lust mehr auf das Internet hat und viel lieber einen anderen Weg einschlagen würde.

Auch wenn es zeitweise nicht so scheint, hält die Autorin die Fäden sicher in der Hand und enthüllt später ein interessantes Verbrechen. Die Geschichte ist jedenfalls sauber in sich abgeschlossen, auch wenn der Epilog noch einmal ein paar übersinnliche Vibes ausstrahlen darf. Das Thema ist jedenfalls gut gewählt und geschickt umgesetzt, wenngleich Weber nicht unbedingt technisch in die Tiefe geht, aber darauf kommt es auch nicht an.

„Vermiss dein nicht“ bietet eine spannende Story mit interessanten Entwicklungen und all den gruseligen Momenten, die man im Zusammenspiel mit einer KI erwartet. Bis zum Ende bleibt man als Leser deshalb gerne am Ball, auch wenn das Geschehen gelegentlich verwirrend scheint - aber am Ende löst sich alles glaubwürdig auf.