Furcht - Horrorgeschichten aus dem modernen Japan 4 (Comic)

Juoku Kawakami
Furcht - Horrorgeschichten aus dem modernen Japan 4
(Osore - Reiwa Kaidan Vol. 4)
Übersetzung: Gregor Wakounig
Panini, 2025,Taschenbuch, 196 Seiten, 8,99 EUR

Rezension von Christel Scheja

Nicht immer müssen es die großen Horrorgeschichten sein, die die Leser in den Bann schlagen, manchmal reichen auch kleine Geschichten mit einer bösen Pointe, die aber bewusst sehr nahe an der Lebenswirklichkeit vieler Menschen bleiben, wie die Erzählungen in „Furcht - Horrorgeschichten aus dem modernen Japan“.


Kann es sein, dass wir das Grauen selbst zu uns einladen, ohne dass wir es beabsichtigen? Wie die Stimmen, die auf Tonspuren zu hören sind und über Kopfhörer gleich das Hirn erreichen? Oder eine KI, die vermeintlich dabei helfen kann, neue Kontakte zu finden, und ansonsten die Einsamkeit überbrückt?

Oder was hat es mit dem seltsamen Gast in der Sauna auf sich, der es länger als jeder andere in der Hitze aushält, den menschlichen Parasiten, sie sich in Haus und Hof festsetzen oder gar die seltsamen Auswüchse, die sich schnell durch ein gepostetes Bild in den sozialen Medien ergeben können?


Die modernen Medien spielen eine große Rolle in den hier versammelten Geschichten, die oft nicht mehr als sechzehn Seiten umfassen und sich dabei gezielt nur mit einem kleinen Aspekt beschäftigen, dabei recht schnell auf eine böse Pointe zusteuern.

Die Hauptfiguren sind meistens junge Japaner, in denen sich die Leser problemlos wiederfinden können. Nach und nach schleicht sich das Unheil in die vermeintlich positiven Entwicklungen ein und sorgt dafür, dass die Leser stutzen. Die Figuren bemerken dabei noch nicht einmal, dass sie in den Abgrund stürzen.

Das Grauen ist subtil, manchmal endet die Handlung auch an einem bestimmten Punkt, um die Phantasie des Lesers zu beflügeln. Allen Erzählungen ist aber gemeinsam, dass es für eine Person nicht immer besonders gut endet.

Die Erzählweise ist ruhig, denn die Ereignisse sind auch im normalen Leben sehr gut vorstellbar, ebenso wie die Entwicklungen, die sich ergeben. Gelegentlich schüttelt man auch den Kopf über die Naivität der Protagonisten, merkt aber selbst, dass man mit der entsprechenden Vorgeschichte selbst genau da landen kann. Die Spannung ist vielleicht moderat, einige der Geschichten hinterlassen aber durchaus Eindruck.

So ist „Furcht - Horrorgeschichten aus dem Modernen Japan“ eine recht unterhaltsame Anthologie für alle Fans des Makabren. Die Geschichten spielen mit modernen Entwicklungen genauso wie mit den Träumen der Hauptfiguren und sorgen zudem für angenehmen Grusel.