Steve Cavanagh: Kill for Me (Buch)

Steve Cavanagh
Kill for Me
(Kill For Me, Kill For You, 2023)
Übersetzung: Jörg Ingversen (Kapitel 1 & 2) & Peter Beyer
Goldmann, 2026, Paperback, 512 Seiten, 17,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Normalerweise widmet sich der irische Autor Steve Cavanagh seiner Reihe um den amerikanischen Anwalt Eddie Flynn, der sich immer wieder in verzwickte Fälle verwickeln lässt. Aber dann und wann verfasst er auch Romane, die für sich alleine stehen können, so wie der hier vorliegende „Kill for Me“.


Amanda und Wendy können einfach nicht loslassen. Jede hat einen geliebten Menschen, ein Kind, eine Tochter durch die grausame Tat von Männern verloren, die bisher davongekommen sind. Deshalb versuchen sie, diese Trauer in einer entsprechenden Selbsthilfegruppe zu verarbeiten.

Die beiden freunden sich an, weil sie einander bestens verstehen. Und so klingt der Vorschlag, den Wendy eines Tages macht, mehr als verlockend. „Töte für mich und ich töte für dich“. Amanda geht auf die Idee ein, doch es läuft alles völlig schief. Was ist passiert? Hat jemand ein falsches Spiel getrieben?


Die Idee ist sicherlich nicht neu und seit dem Hitchcock-Film „Der Fremde im Zug“ ein immer wieder gerne genutztes Thema in Krimis und Thrillern. Und wie man sich denken kann, wird das Übereinkommen eigentlich nie so erfüllt, wie einer der Betroffenen erwartet, da einer ziemlich falsch spielt. Dazu kommen noch einige Nebenhandlungen, in denen Figuren genauso hadern, aber andere Wege gehen.

Der Autor spielt wie immer mit den Emotionen der Leser. Wer fühlt nicht mit den Eltern, die mitansehen müssen, wie die Person, die ihr Leben und ihre Familie zerstört hat, vor dem Gesetz davonkommt, weil man ihm nicht genug nachweisen kann? Wer möchte nicht mit den Betroffenen Selbstjustiz üben, wenn die Täter nicht einmal Reue zeigen oder sogar einfach weitermachen?

Steve Cavanaugh vermischt dies alles zu einer actionreichen Melange, denn natürlich trifft es auch Unschuldige, da die menschliche Erinnerung auch übel täuschen kann. Und letztendlich scheint auch noch mehr dahinterzustecken, denn die verschiedenen Handlungsebenen hängen alle irgendwie zusammen, auch wenn die Figuren selbst nicht unbedingt aufeinandertreffen.

Das Ganze wird flott und kurzweilig in Szene gesetzt, geht dabei aber nicht sonderlich in die Tiefe. Trotz der vielen Klischees gibt es natürlich auch immer wieder interessante Überraschungen, die die Spannung hochhalten - und nicht zuletzt sind die Figuren gut genug ausgearbeitet, um mit ihnen fühlen zu können.

„Kill for Me“ ist daher ein routiniert verfasster Thriller, der gut zu unterhalten weiß, wenngleich er auch am Ende nicht unbedingt viel Eindruck hinterlässt. Die Story ist leichte Lektüre für Fans von Psycho-Thrillern, die etwas Kurzweiliges für Zwischendurch brauchen.