Catherine Egan: The Factory - Es gibt kein Entkommen (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 20. Februar 2026 16:02

Catherine Egan
The Factory - Es gibt kein Entkommen
Factory-Dilogie 1
(The Factory, 2025)
Übersetzung: Leo H. Strom
Fischer Sauerländer, 2026, Paperback, 352 Seiten, 16,90 EUR
Rezension von Christel Scheja
Mit der „Factory“-Dilogie taucht die kanadische Autorin Catherine Egan voll in das Genre der Near-Future-Dystopien ein und beschreibt eine Welt, die in gewissen Bereichen durchaus einmal so aussehen könnte. Allerdings geht es in „The Factory - Es gibt kein Entkommen“ erst einmal um etwas ganz anderes.
Der dreizehnjährige Asher hat vielleicht das große Los gezogen, denn er wird in eine Forschungseinrichtung für saubere Energie eingeladen. Dort sollen andere und er nicht nur eine gute Bildung, sondern auch eine großzügige Bezahlung für ihre Familien erhalten. Und Geld kann seine Mutter gerade sehr gut gebrauchen.
Doch in der sogenannten Factory angekommen, zeigt sich, dass man ihn wie so viele andere vermutlich übel belogen hat. Denn die Kinder werden regelmäßig gefährlichen Experimenten entzogen, in denen man ihnen etwas wegnimmt. Zusammen mit Vi. Faith und Troy versucht er herauszufinden, was genau das ist.
Das Szenario ist nicht unbedingt neu, denn es gibt auch andere Geschichten, in denen Kinder und Jugendliche für fiese Experimente herhalten müssen und dabei in eine Umgebung gelangen, in denen sie eher wie Gefangene gehalten werden, abgeschottet von der Außenwelt und strengen Regeln unterworfen.
Auch die Versprechungen scheinen nur bedingt eingehalten zu werden. Allerdings nimmt der Junge eine gewisse Sonderstellung ein, ist einer der Befürworter des Projekts doch ein enger Verwandter. Allerdings sorgt genau das dafür, dass er umso aufmerksamer zuhört und sich schon bald mit seinen Freunden daran macht, mehr herauszufinden.
Das führt natürlich dazu, dass die Geschichte ordentlich loslegt und dabei auch viel Action bietet. Denn natürlich entwickeln die Kinder einiges an Fähigkeiten und krimineller Energie. Und um was es sich genau handelt, das wird erst zum Ende der Geschichte hin verraten, sorgt aber auch für einen interessanten Cliffhanger.
Die Handlung ist solide aufgebaut, kurzweilig und spannend, auch wenn erfahrene Leser die eine oder andere Wendung vorhersehen können, jedoch nicht unbedingt alles. Die Charaktere haben archetypische Züge, wie man sie aus solchen Teenager-Gruppen auch kennt, entwickeln sich teilweise aber auch gut weiter.
Alles in allem bietet das Buch ein rundes Abenteuer, bei dem es zum Ende hin noch richtig actionlastig wird, es ist flott geschrieben, ohne Längen, und bietet genügend Hintergrund, um sich alles gut vorstellen zu können.
„The Factory - Es gibt kein Entkommen“ bietet eine abwechslungsreiche und spannende Geschichte mit interessanter Prämisse und sympathische Helden, bei denen gerade Leser ab zwölf Jahren schon wunderbar mitfiebern, aber auch Ältere ihren Spaß haben können.