Richard Matheson: Ich bin Legende (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Sonntag, 25. Januar 2026 13:25

Richard Matheson
Ich bin Legende
(I am Legend, 1954)
Übersetzung: Manfred Sanders
Titelbild und Innenillustrationen: Dirk Berger
Festa, 2025, Hardcover, 368 Seiten, 79,00 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Mit seinem wohl bekanntesten Roman setzt der Festa Verlag die limitierte, signierte und farbig illustrierte Liebhaberausgabe der Werke Richard Mathesons fort. Parallel erscheint der Titel - ohne Gastbeiträge und Farbillustrationen - in einer preisgünstigen Paperback-Ausgabe.
Der inzwischen dreimal verfilmte Roman gilt zu Recht als Klassiker des Genres. Die Handlung führt ins Los Angeles des Jahres 1976. Ein Bakterium hat nahezu die gesamte Menschheit in Vampire verwandelt. Einziger Überlebender ist Robert Neville - der letzte Mensch.
Tagsüber gehört die Stadt ihm. Während sich die Vampire vor dem tödlichen Sonnenlicht verkriechen, sichert Neville seinen Rückzugsort und geht auf die Jagd. Holzpflock, Knoblauch und Sonne sind seine Waffen. Die größte Belastung ist dabei nicht allein die permanente Lebensgefahr, sondern die Tatsache, dass es sich bei seinen Gegnern um ehemalige Nachbarn, Kollegen und Bekannte handelt - Menschen, die er einst kannte.
Matheson beschränkt sich jedoch nicht auf die Schilderung eines klassischen Überlebenskampfes. Die eigentliche Stärke des Romans liegt in der psychologischen Zeichnung seines Protagonisten. Nevilles Einsamkeit, seine Verzweiflung und sein langsames Aufreiben an der Situation werden eindringlich und glaubwürdig vermittelt.
Unweigerlich stellt sich die Frage, wie lange könnte man selbst unter solchen Umständen durchhalten? Woher nimmt Neville die Kraft weiterzumachen, statt der Hoffnungslosigkeit nachzugeben? Matheson zwingt seine Leser, sich mit diesen Gedanken auseinanderzusetzen - und genau darin liegt die nachhaltige Wirkung des Romans.
Zwar sind Motive wie Seuchen-Ursprung, Belagerungsszenarien und der Kampf gegen „das Andere“ aus heutigen Zombie- und Endzeitstoffen bestens vertraut, doch Mathesons Fokus auf den inneren Zerfall seines Helden verleiht dem Werk eine zeitlose Intensität, die einen bis heute berührt.
Herausgeber Dirk Berger hat die Ausgabe mit zahlreichen stimmungsvollen Farbillustrationen versehen, die den Text wirkungsvoll begleiten.
Ergänzt wird der Band durch ein Vorwort von Richard Morgan und ein Nachwort von Kim Newman - beide haben den Titel ebenso wie Berger selbst signiert - sowie durch umfangreiche Anhänge und Interviews. Diese beleuchten unter anderem die verschiedenen Verfilmungen, die Comic-Adaptionen und enthalten auch Gespräche mit Matheson und Charlton Heston.
Alles in allem bleiben sich Dirk Berger und der Festa Verlag treu. Präsentiert wird eine hochwertig produzierte, bibliophile Ausgabe im Schuber, die nicht nur den Roman selbst, sondern auch fundiertes Hintergrundmaterial anbietet. Eine Liebhaberausgabe, die sowohl inhaltlich als auch handwerklich überzeugt - und ihren Preis im wahrsten Sinne des Wortes wert ist.