George R. R. Martin: Das Urteil der Sieben - Der Heckenritter von Westeros 1 (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Montag, 12. Januar 2026 11:00

George R. R. Martin
Das Urteil der Sieben
Der Heckenritter von Westeros 1
(Hedge Knight (1998), The Sworn Sword (2003), The Mystery Knight (2010)
Übersetzung: Joachim Körber & Andreas Helweg
Penhaligon, 2025, 416 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Ursprünglich entstanden die Geschichten um Dunk und Ei für die eine oder andere Anthologie um die Jahrtausendwende, in denen im Rahmen der „Der Herr der Ringe“-Euphorie noch einmal die epische High Fantasy gefeiert wurde. Penhaligon gab diese Geschichten bereits 2013 in einer Sammlung heraus, spendiert dem Buch mit dem Titel „Das Urteil der Sieben“ nun aber noch einmal passend zum Start der Serie bei HBO Max ein neues Titelbild. Drei Geschichten enthält dieser erste Band von „Der Heckenritter von Westeros“.
Nach dem Tod seines Herrn ist Dunk nicht länger ein Knappe, sondern tritt als ungebundener Heckenritter an seine Stelle und versucht nun, sein Glück zu machen. Bei einem Turnier gerät er nicht nur zwischen die Intrigen der Tagaryens, sondern bekommt einen Knappen zur Seite gestellt.
Mit dem Jungen, der mehr ist, als er auf den ersten Blick zu sein scheint, zieht der junge Mann nun durch die Lande, um immer dort einzugreifen, wo man ihn braucht, so etwa bei dem Konflikt zwischen einem alten Ritter und der Roten Witwe…
Die Geschichte spielt etwa einhundert Jahre vor den Ereignissen in „Ein Lied von Eis und Feuer“. Im Norden ist alles ruhig, die großen Häuser von Westeros erstarken, während die Tagaryens schon lange ihre Drachen verloren haben und langsam, aber sicher an Macht und Einfluss verlieren.
Während es im Land friedlich erscheint, wüten die Intrigen im Kleinen, so dass es gar nicht einmal so einfach für den Helden und seinen Knappen ist, die Netze zu durchschauen und zu zerreißen. Aber sie versuchen sich dennoch nicht beirren zu lassen.
Martin legt seinen Fokus auf Dunk, den Ritter, der seine Wurzeln als Waisenjunge nicht vergessen hat und damit bodenständiger als viele geborene Adlige wirkt. Er ist dadurch ein besserer Lehrmeister für seinen Knappen, als man denkt. Denn hinter Ei steckt jemand, der in kommenden Jahren eine bedeutende Persönlichkeit sein wird.
Das Schöne an den Geschichten ist, dass man sie ohne jegliche Vorkenntnisse der Saga verstehen kann, denn Martin hat genug Zeit und Raum, um die wichtigsten Informationen in die Handlung zu verpacken. Fans werden natürlich die eine oder andere Anspielung auf Vergangenheit und Zukunft erkennen.
Die Abenteuer werden klassisch erzählt. Der Autor bedient sich dabei natürlich so einiger Klischees, was den Geschichten aber durchaus Atmosphäre verleiht. Wirklich in die Tiefe geht das Ganze nicht, ist aber nette und entspannende Unterhaltung mit allem, was dazu gehört.
Wer abenteuerliche, aber bodenständige Fantasy-Abenteuer mag, der dürfte seinen Spaß haben, denn „Das Urteil der Sieben“, der erste Band von „Der Heckenritter von Westeros“, ist genau das: angenehme Lektüre für Zwischendurch, die keine Ansprüche stellt und auch kein Wissen um die Welt verlangt.