Adalyn Grace: All the Tides of Fate (Buch)
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- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Freitag, 02. Januar 2026 09:58

Adalyn Grace
All the Tides of Fate
Krone der sieben Inseln 2
(All the Tides of Fate, 2021)
Übersetzung: Karen Gerwig
Karte: Dave Stevenson
Piper, 2025, Paperback, 400 Seiten, 18,00 EUR
Rezension von Christel Scheja
Zeitgleich mit dem ersten Band legte Piper auch noch einmal den zweiten der Dilogie um die „Krone der sieben Inseln“ auf. „All the Tides of Fate“ erschien bereits unter dem Titel „Erbe der sieben Inseln“ auf Deutsch und schreibt die Geschichte um Amora und Bastian weiter.
Amora ist es gelungen, ihre Bestimmung doch noch zu erfüllen und den Thron von Visidia zu besteigen, allerdings zu einem hohen Preis. Ein Feind verbreitete Angst und Schrecken, ihr Vater starb bei seinem Angriff. Und die Magie der Prinzessin ist nicht mehr die ihrige.
Tatsächlich banden die Umstände diese an Bastian, über den sie nun auch noch ein paar sehr unangenehme Wahrheiten erfahren hat. Und so bleibt ihr nichts anderes übrig, als erneut aufzubrechen, um ein mächtiges Artefakt zu finden, das alles ungeschehen machen kann.
Der erste Band endet zwar nicht unbedingt mit einem Cliffhanger, wohl aber einer sehr unbefriedigenden Situation für alle Beteiligten. Amora mag Königin sein, aber sie fühlt sich in dieser Rolle nicht wohl, zumal sie auch nicht wirklich anerkannt wird.
Und so sucht sie verzweifelt nach einem Ausweg, begleitet von den wenigen Leuten, denen sie wirklich vertraut, aber auch Bastian, der ihr Vertrauen wieder zurückzugewinnen versucht. Und das wird dann leider auch zu einem Hauptthema der Geschichte.
Denn auch wenn sie nun weitere der Inseln des Reichs besucht, merkt man doch, dass die persönlichen Befindlichkeiten und die Interaktion mit anderen in den Vordergrund treten, das interessante Magiesystem nicht mehr weiter ausgearbeitet wird, sondern sich an bekannten Versatzstücken bedient.
Die Handlung bietet nicht mehr ganz so viel Abwechslung, hat stellenweise sogar unübersehbare Längen, weil die Suche selbst auf der Stelle tritt und durch Geplänkel ersetzt wird.
Auch die Figuren verlieren an Kraft, verhalten sich teilweise wie moderne Teenager, und entwickeln sich nicht besonders weiter. Das Ende mag zwar zur Geschichte passen, bedient aber auch ordentlich typisch amerikanische Klischees, damit auch alles gut für die Heldin und ihren Geliebten wird.
Alles in allem ist „All the Tides of Fate“ deutlich schwächer als sein Vorgänger, Man wird das Gefühl nicht los, dass die Autorin die Handlung nur noch mit vielen bekannten Klischees abwickelt, um letztendlich ein romantisches Happy End zu erzwingen und darüber leider auch das magische Fantasy-Abenteuer vergisst, denn das wirkt nur noch wie Rahmen und Setting, nicht aber wie ein wichtiger Teil des Geschehens.