Benedict Jacka: Magie verpflichtet - Haus Ashford 1 (Buch)

Benedict Jacka
Magie verpflichtet
Haus Ashford 1
(An Inheritance of Magic, 2024)
Übersetzung: Michelle Gyo
Blanvalet, 2025, Paperback, 432 Seiten, 17,00 EUR

Rezension von Christel Scheja

Mit seinen Romanen um Alex Verus hat der britische Autor Benedict Jacka eine Fan-Gemeinde um sich versammelt, die seine Urban-Fantasy-Romane zu schätzen weiß. Nun startet er mit „Magie verpflichtet“, dem ersten Band von „Haus Ashford“, eine weitere Serie, die allerdings nichts mit der ersten zu tun hat, sondern in einer ganz eigenen Welt spielt.


Stephen Oakwood ist eigentlich ein ganz normaler Typ mit einem langweiligen Job, weil er aus einfachen Verhältnissen stammt und nicht mehr erreichen konnte. Aber das ist ihm auch nicht wichtig, hütet er doch ein Geheimnis. Er hat ein Talent für Magie. Allerdings sind die dazu nötigen Materialien und auch die Ausbildung unerschwinglich.

Eines Tages taucht allerdings jemand auf, der behauptet seine Cousine zu sein und ehe sich der junge Mann versieht, ist er mitten in die Intrigen des Hauses Ashford verstrickt, einer der mächtigsten Magierfamilien des Landes. Um nicht unterzugehen, muss er eines tun: selbst Macht und Vermögen aufbauen.


Es scheint, als seien britische Autoren besonders davon fasziniert, die ganz normale Welt mit dem Übernatürlichen zu verbinden, denn Benedict Jacka ist nicht der Einzige, der einen zunächst nicht dazu gehörenden Helden, der aber besondere Gaben besitzt, langsam in die Geheimnisse hinter den Kulissen bestimmter Gruppen oder wie in diesem Fall auch Familien wachsen lässt.

Er nutzt den ersten Band tatsächlich dafür, den Leser zusammen mit den Helden in das Setting und die ganzen Intrigen einzuführen, denn das Haus Ashford scheint sich nicht so einig zu sein, wie es nach außen wirken mag. Auch dort gibt es bestimmte Leute, die munter gegeneinander intrigieren und mögliche Rivalen gleich im Vorfeld ausschalten. Und so muss der Held, der schon bald die Gemeinheiten zu spüren bekommt, selbst aktiv werden.

Die Handlung ist dementsprechend überschaubar, dafür nimmt sich der Autor mehr die Zeit, das Magiesystem in all seinen Facetten vorzustellen. Immerhin ist das gut durchdacht und es macht Spaß, den Gedankengängen zu folgen. Die Handlung braucht deshalb eine Weile, um in Gang zu kommen, aber es werden wichtige Weichen gestellt, nicht zuletzt endet das Buch auch mit einem bösen Cliffhanger, der weitere facettenreiche Entwicklungen verspricht.

Alles in allem lässt sich die Geschichte gut lesen, bietet interessante Gesichtspunkte, wenn auch viele bekannte Elemente, macht aber dennoch Lust darauf, mehr zu erfahren.

„Magie verpflichtet“ führt als erster Band von „Haus Ashford“ erst einmal angenehm in die neue Urban-Fantasy-Welt ein und stellt die Weichen für eine zwar zunächst sehr klassische, dann aber doch schon einmal in Details erfrischende Geschichte.