Theresa Bell: Sepia und die Verschwörung von Flohall (Buch)

Theresa Bell
Sepia und die Verschwörung von Flohall
Titelbild und Innenillustrationen: Eve Schöffmann-Davidov
Thienemann, 2025, Hardcover, 412 Seiten, 17,00 EUR

Rezension von Carsten Kuhr

Willkommen zurück in Flohall - der Stadt, in der Schneider, Künstler und wahrlich nicht zuletzt Buchliebhaber und -drucker leben. Schon einmal mussten unsere drei Lehrlinge die Stadt vor einer finsteren Bedrohung retten. Sepia, Niki und Sanzo verhinderten damals den erfolgreichen Anschlag eines Alchemisten.

Nun ist die Zeit der ersten großen Prüfung und des Funkelfestes gekommen, die Schiffe des schwimmenden Marktes legen an, und auf den Bühnen der Theaterstraße werden neue Stücke aufgeführt. Auch das neu gewählte Mitglied des Stadtrats macht von sich reden - hat dieses doch durchgesetzt, dass das legendäre, in Drachenblut geschriebene erste Buch der Stadt aus dem Tresor herausgeholt und erstmals ausgestellt werden soll.

Ein riskantes Unternehmen - deutet ein Bühnenstück doch darauf hin, dass das Buch Kräfte beeinflussen kann, die mit Vorsicht zu behandeln sind.

Dann begegnen unsere Sepia noch gar merkwürdige Wesen mit reptilienartigen Köpfen - und schon sind unsere drei Lehrlinge mittendrin in einem gefahrvollen Abenteuer, bei dem nicht weniger als das Schicksal ganz Flohalls auf dem Spiel steht…


Der zweite von drei projektierten Romanen um die Erlebnisse Sepias in der Bücherstadt Flohall liegt nun vor mir. Der Hype um den Debüt-Roman von Theresa Bell und seine nun erschienene Fortsetzung war und ist groß. Pünktlich zur Leipziger Buchmesse legte uns der Verlag nun den zweiten Teil vor.

Und Bell schließt nahtlos an die Ereignisse des ersten Bandes an. Dieses Mal konzentriert sie sich neben der spannenden, ja dramatischen Handlung darauf, uns die Figuren noch deutlicher zu zeichnen. Und sie versucht erfolgreich, diese reifen zu lassen. Es geht viel um Verantwortung, um Freundschaft und darum, füreinander einzustehen - aber auch darum, sich entschlossen gegen Unrecht zu stellen. Das sind wichtige Themen, die die Verfasserin hier unauffällig in ihren Plot eingebaut hat.

Zu erwähnen sind auch die erneut wunderbar stimmigen Illustrationen von Eva Schöffmann-Davidov, die dem Text eine weitere Ebene hinzufügen. Über und durch sie werden wir Lesende noch tiefer in die Handlung gezogen, tauchen förmlich in die Geschehnisse ein.

Das liest sich nicht nur packend und in einem Rutsch durch, sondern bietet auch Spannung und Faszination weit über die übliche Zielgruppe von Jugendlichen zwischen 10 und 13 Jahren hinaus. Auch Erwachsene werden der mutigen Protagonistin gerne erneut in die Gassen Flohalls folgen, mit ihr bangen, sie bewundern und mit klopfendem Herzen dem Finale entgegenfiebern.