Lena Falkenhagen & Thomas Finn: Ruinen der Elfen - Im Schatten Simyalas 1 (Buch)

Lena Falkenhagen & Thomas Finn
Ruinen der Elfen
Im Schatten Simyalas 1
Titelbild: Kerem Beyit
Piper, 2025, Paperback, 508 Seiten, 17,00 EUR

Rezension von Carsten Kuhr

„Du hast dir das Denken nie leicht gemacht, wie wir anderen. Aber solche Dinge, solche Herzenssachen, die müssen wachsen… Man muss sie geschehen lassen, sonst zerdenkt man sie. Sie passieren, oder sie passieren nicht. Wenn man darüber spricht oder zu sehr darüber nachdenkt, scheucht man sie auf wie eine Schwalbe, die auf der Reling sitzt, und wenn man sich bewegt, dann fliegt sie auf.“ (Seite 103)

So lange ist es wahrlich noch nicht her, dass die Herren Hennen und Corvus bei Heyne ihre „Phileasson“-Saga publiziert haben. Zwölf Bände, die in der Welt des Schwarzen Auges den Wettlauf der beiden Ottajaskos um die Umrundung des Kontinents und den Titel „König der Meere“ schildern. Damals gewann der Kartentuscher Asleif Phileasson, während der einäugige Beorn Asgrimmsson, genannt Beorn der Blender, sich letztlich opferte.

Genau hier setzt ein Erzählstrang des ersten Bandes des neuen High-Fantasy-Zyklus „Im Schatten Simyalas“ an.

 

Beorn wurde damals jedoch nicht getötet, sondern schloss sich zwangsweise Pardona, einer der letzten Hochelfen und Herrscherin über die Dunkelelfen, an. Jetzt entsendet seine Herrin ihn in die Reiche der Menschen, um diese zu infiltrieren und das Mittelreich zu destabilisieren. Als seine Tochter, die Skaldin Eyvin, erfährt, dass ihr Vater, der sie nie offiziell anerkannt hat, noch am Leben sein könnte, macht sie sich auf die Suche nach ihm. Das Schwarze Auge soll sie zu ihrem Vater führen:

Gleichzeitig reisen die Adeligen des Mittelreichs in die Baronie Falkenwind. Hier steht die Ernennung Allerichs von Falkenwind zum Baron an. Unter denen, die sich der herzoglichen Burg nähern, sind der Adelige Wulfhardt, die Gauklerin Franya, die Phantastische, sowie der Halbelf Lindion, der sich als Bänkelsänger einen Namen gemacht hat. Doch der Abgesandte des Namenlosen Gottes hat bereits zugeschlagen: eine Tote gilt es zu beklagen, noch bevor das Fest begonnen hat, und weiteres Ungemach droht…


Lena Falkenhagen und Thomas Finn sind alte Hasen in Aventurien, der Welt des Schwarzen Auges. Und sie haben beide bewiesen, dass sie schreiben können. Jetzt kehren sie in diese Welt zurück und präsentieren uns den Beginn einer prächtigen Abenteuer-Saga.

Natürlich greifen sie dabei zum einen auf eine bekannte Welt zurück, es gibt Verweise und Auftritte von bekannten Figuren anderer Verfasser. Das hält für den DSA-erfahrenen Fan jede Menge Reminiszenzen bereit, liest sich aber auch für Neueinsteiger durchaus interessant und faszinierend.

Und sie erfinden das Rad nicht neu. Ja, erfahrene Fantasy-Freunde werden hier so manches Motiv wiedererkennen, einige Offenbarungen sind vorhersehbar. Auch das Figuren-Ensemble rekrutiert sich aus dem üblichen Fundus. Die Charaktere halten wenig wirklich Überraschendes für uns bereit, doch tut dies der Lesefreude keinen Abbruch.

Es ist wie bei einem Paar gut eingelaufener Schuhe: Man fühlt sich einfach wohl, es passt alles, man weiß, was man bekommt. Und in petto haben die Beiden jede Menge aufregende Abenteuer, fiese Umtriebe, Geheimnisse und Verrat sowie die Suche nach einer untergegangenen Elfenstadt.

Die Fortsetzung ist unter dem Titel „Bote der Finsternis“ bereits für Anfang August dieses Jahres in Vorbereitung.