Sara Hashem: The Jased Heir (Buch)
- Details
- Kategorie: Rezensionen
- Veröffentlicht: Donnerstag, 06. März 2025 08:21

Sara Hashem
The Jased Heir
The Jased Heir 1
(The Jased Heir, 2023)
Übersetzung: Michaela Link
Piper, 2025, Hardcover, 558 Seiten, 24,00 EUR
Rezension von Carsten Kuhr
Einst, gerade einmal zehn Jahre ist es her, gab es vier Reiche, über die eine neutrale Ordnungsmacht wachte. Dann, eines Nachts, erfolgte ein Anschlag, der im Nachhinein den Jasad in die Schuhe geschoben wurde. Beim blutigen Attentat wurden alle Opfer ein Raub der Flammen - auch die jasadische Thronerbin Sylvia.
Dass sie überlebt, dass sie unter einer vorgeschobenen Identität - ihre Magie durch Armreifen gebändigt -, ein Dasein in einem kleinen Dorf mitten im Feindesland fristet, weiß niemand - darf keiner wissen.
Doch dann besucht Arin, Thronerbe von Nizahl, das Dorf und wird auf Sylvia aufmerksam. Eigentlich forscht er nur nach dem Mörder einer der dort stationierten Wache, findet Hinweise auf Sylvia als Schuldige, kann ihr aber, dank der ihre Magie unterdrückenden Armbänder, nicht beweisen, dass sie die verbotene Gabe besitzt.
Er lockt sie in eine Falle; um ein unschuldiges Mündel aus ihrem Waisenhaus zu retten, offenbart Sylvia ihre Kräfte - und wird von Arin auserwählt, in den jährlich stattfindenden Wettkämpfen als sein Champion anzutreten.
Während er sie trainiert, ahnt sie, dass er sie, nicht ahnend, dass sie die letzte überlebende der Herrscherfamilie ist, als Köder missbrauchen will. Mit ihrer Bloßstellung will er die versteckt unter der Bevölkerung lebenden Jasad hervorlocken - ein Plan, der erfolgreich sein könnte, den sie verhindern muss. Gleichzeitig aber kommen die beiden sich emotional immer näher…
Slow Burn, Enemies to Lovers - so nennt man derartige Werke neudeutsch gerne.
Piper hat sich mit dem Roman viel Mühe gegeben. Rundumfarbschnitt, ein Aufsehen erregendes Cover, geprägte Deckel und Rücken sowie Lesebändchen - man sieht dem Buch an, dass sich der Verlag so Einiges von diesem verspricht.
Die aus einer kalifornischen Familie mit ägyptischen Wurzeln stammende Autorin nutzt ihre Ich-Erzählerin recht geschickt, indem sie uns ohne große Einführung mitten in die Handlung katapultiert.
Und dann folgt das altbekannte Spiel: Der Fiesling und die Heldin treffen aufeinander, arbeiten zwangsweise zusammen und kommen einander näher. Es werden Geheimnisse aufgedeckt, Pläne geschmiedet und hart trainiert. Weitere Antagonisten gesellen sich zu Arin, noch unsympathischere Charaktere - wir müssen mit unserer Erzählerin bangen, verstehen ihre Wut, ihre Frustration angesichts der Aussichten, wenig wirklich ausrichten zu können.
Hinzu kommt eine Bühne, die Welt, in der die Verfasserin ihren Plot angesiedelt hat, der nach und nach immer vielfältiger wird. Zu erwähnen sind noch die herzerfrischend packenden Dialoge unserer beiden Hauptfiguren.
Ansonsten gibt es im ersten von zwei Bänden einige Längen und das Finale bleibt offen, sodass die Spannung bis zum Erscheinen des zweiten Bandes voraussichtlich im Frühjahr 2026 erhalten bleibt.