Life Lessons with Uramichi 1 (Comic)

Gaku Kuze
Life Lessons with Uramichi 1
Übersetzung: Stefanie Probst
Cross Cult, 2021, Paperbach, 130 Seiten, 7,99 EUR

Rezension von Christel Scheja

Wie sieht es eigentlich hinter der Fassade von Moderatoren aus? Sind sie wirklich immer so gut drauf, wie sie sich geben? Oder haben sie auch noch eine andere, ganz dunkle Seite? Dieser Frage geht „Life Lessons with Uramichi“ nach.


Er ist 31 Jahre alt und schon seit einigen Jahren der Moderator einer beliebten Kinderserie, in der er mit Kindergartenkindern und Grundschülern harmlose Spiele durchführt. Aber eines Tages beschließt Uramichi, das Spiel nicht mehr mitzumachen und weiterhin nur der alberne große Bruder zu sein. Er beginnt die Kinder über das wahre Leben aufzuklären und dabei immer mehr von seinem emotional instabilen Ich zu zeigen, auch wenn er mit einigen Dingen noch hinter dem Berg hält - wie der Tatsache, dass sein bester Freund der Alkohol ist.

 

Auch wenn die Geschichte augenzwinkernd erzählt wird, so spricht sie doch auch ernste Themen an, denn nicht wenige Leute die vor der Kamera stehen, unterliegen einem großen Druck und müssen mit den Gefühlen und Gedanken, die sie wirklich antreiben, hinter dem Berg halten.

Der desillusionierte Uramichi betäubt sich schon eine ganze Weile mit Alkohol und kommt im normalen Leben nicht mehr zurecht, so dass er beschließt, sich langsam aber sicher zu öffnen und nicht länger nur vorzuspielen, was er nicht ist.

Zunächst wird das hingenommen, bringt es doch einen etwas anderen Ablauf in der Geschichte, der auch spannend aufgenommen wird. Deshalb pfeift man ihn in dieser Hinsicht noch nicht zurück, so dass er die Kinder in seiner Sendung über das wahre Leben aufklären kann.

Das Ganze liest sich stellenweise sehr interessant, geht allerdings nicht in die Tiefe, da die entsprechenden Andeutungen nicht weiter verfolgt werden. Immerhin ist der Humor eher böse und macht nachdenklich. Die Spannung bleibt allerdings mäßig, die Handlung plätschert so dahin, so dass man sich überraschen lassen muss, wie die Geschichte weiter geht.

„Life Lessons with Uramichi“ mag zwar im ersten Moment wie eine Comedy-Serie wirken, doch der Humor ist eher böse und regt zum Nachdenken an. Allerdings hat die Serie sich noch nicht entschieden, welche Richtung sie einschlagen will, so dass der Eindruck eher zwiespältig ist, weil die Handlung trotz des Themas nicht wirklich in die Tiefe geht.