Hi Score Girl 3 (Comic)

Rensuke Oshikiri
Hi Score Girl 3
Übersetzung: Sascha Mandler
Cross Cult, 2020, Paperback, 192 Seiten, 10,00 EUR, ISBN 978-3-96433-304-9

Rezension von Christel Scheja

Die Geschichte um „Hi Score Girl“ geht so weiter, wie man es eigentlich auch schon erwartet hat, denn der Künstler weiß genau, wie er seine Liebeserklärung an die Videospiele der 90er Jahre weiter ausspielen muss. Damals waren die Anstrengungen noch größer, wenn es darum ging, sich miteinander zu messen.


Haruo ist immer noch ganz wild auf das Spielen, obwohl er sich eigentlich langsam um andere Dinge kümmern sollte. Denn der Wechsel auf eine andere Schule steht leider nun auch langsam an. Dennoch kann er es nicht lassen, immer wieder nach den neuesten Spielen zu schauen.

Koharu weiß zwar inzwischen, wie sie seine Aufmerksamkeit gewinnen kann, leider aber ist auch Akira zurückgekehrt, Haruos Lieblings-Sparringspartnerin, die zwar nie was sagt, aber in den Spielen und bei den High-Scores um so präsenter ist.

Noch steht ein großes Match aus, und das scheinen sie auf der Klassenfahrt durchziehen zu können und zu wollen. Im Shinkansen sind die Möglichkeiten dazu da. Dabei merkt Haruo aber noch etwas anderes: Akira bedeutet ihm mehr, als er bisher gedacht hat. Doch kann eine Freundschaft zu dem stillen Mädchen aus gutem Hause Bestand haben?


Im Prinzip werden die beiden Handlungsstränge aus dem letzten Band fortgesetzt, denn auch Koharu hat es bei Haruo noch nicht so ganz aufgegeben und versucht immer wieder dessen Aufmerksamkeit zu gewinnen. Aber gegen Akira, die immer noch kein Wort sagt und auch kaum Mimik hat, scheint sie immer noch nicht wirklich anzukommen.

Haruo allerdings bekommt Akira einfach nicht aus dem Kopf. Vor sich selbst vermutet er, dass es in erster Linie der Wunsch ist, sich endlich mal richtig mit dem Mädchen in einem länger dauernden Match zu missen, es ist aber für den Leser nicht zu übersehen, dass da auch schon ein wenig mehr mitspielt. Die Zuneigung und Sorge sind unübersehbar, ebenso auch die Überlegungen, die der Junge anstellt, um Akira nicht mehr aus den Augen zu verlieren, gerade jetzt wo es so gut zwischen ihnen läuft.

Die Games sind immer mit dabei. Es mag zwar sein, dass sie jetzt ein wenig gegenüber dem zwischenmenschlichen Hin und her zurücktreten, aber dennoch werden immer wieder die aktuellen Spiele der damaligen Zeit genannt und die meisten sozialen Interaktionen finden auch vor dem Computer oder den Spiel-Konsolen statt.

Alles in allem wird die Story wieder mit leichter Feder und sehr liebevoll erzählt, so dass sicherlich altgediente Gamer, die die damalige Zeit noch kennen, sich genauso gut amüsieren können wie die jungen Leser, die erstmals mitbekommen, was damals so los war.

„Hi Score Girl“ zelebriert einmal wieder die gute alte Art des Spielens, als Games noch nicht online und überall verfügbar waren. Dabei bleiben aber auch soziale Interaktionen und erste romantische Gefühle nicht aus, die für ein wenig mehr Spannung und Humor in der Geschichte sorgen.