Spezial: PN.de befragt die Macher in den Verlagen

Top-Hits: Die Highlights der kommenden Monate

Zweimal jährlich fragt Phantastik-News.de die Herausgeber der wichtigsten deutschsprachigen Reihen im phantastischen Bereich nach ihren Lieblingstiteln im kommenden Halbjahr. Hier sind die Highlights der kommenden Monate.

Bastei Lübbe

  • „Joe Golem und die versunkene Stadt“ – einer meiner Lieblingstitel in diesem Jahr! Viele kennen Mike Mignola zumindest aus dem Kino: Er ist der Schöpfer von Hellboy. Mit Christopher Golden arbeitet er seit vielen Jahren zusammen, unter anderem auch an den „Hellboy“-Graphic-Novels. Hier legen sie uns ein ganz besonderes Buch vor, das 70 Illustrationen enthält. Der Inhalt ist düster-schaurig.

    Im Jahre 1925 bewirkten Erdbeben und der ansteigende Meeresspiegel, dass die unteren Stadtteile von Manhattan zehn Meter unter Wasser lagen. Daher nannten die Einwohner diese Bezirke immer öfter „Die Versunkene Stadt“. Hier lebt die vierzehnjährige Molly McHugh und ihr Arbeitgeber Felix Orlov. Einst war Orlov ein gefeierter Bühnenmagier. Aber jetzt ist er ein alter Mann, ein Medium, das Kontakt zu den Geistern der Verstorbenen aufnimmt. Als eine Seance furchtbar schiefläuft, wird Felix Orlov von seltsamen Männern mit Gasmasken und Taucheranzügen entführt. Molly kann fliehen, doch treibt die Flucht sie in die Arme des mysteriösen Joe Golem. Joe Golem weiß nicht viel über die eigene Vergangenheit. Doch in seinen Träumen wandelt er als Mann aus Stein und Lehm umher, einzig zu dem Zweck, Hexen zu jagen. Und er ist Molly nicht ganz zufällig begegnet…

    Aufwendig gestaltetes Paperback mit vielen Illustrationen von Mike Mignola.

  • „Blackbirds“ von Chuck Wendig ist Urban Fantasy mit Suchtpotenzial: ein abgefahrener Roadtrip und ein Wettlauf gegen die Zeit! Die Protagonistin Miriam Black sieht bei der Berührung eines Menschen den Moment seines Todes. Doch diese Gabe ist vielmehr ein Fluch, denn obwohl Miriam genau weiß, wann und wo es geschehen wird, konnte sie noch keinen Todesfall verhindern. Inzwischen hat sie den Versuch aufgegeben, gibt sich Zigaretten und Drinks hin, trampt durchs Land und erleichtert diejenigen, deren Ableben ohnehin bevorsteht. Doch eines Tages rettet der Trucker Louis Miriam vor einem Überfall. Sie berührt seine Hand und sieht das Unvermeidliche: Louis wird in 30 Tagen von einem sadistischen Killer ermordet – und Miriam steht dabei. Ist sie vielleicht das nächste Opfer? Miriam glaubt eigentlich nicht, dass sie die Zukunft verändern kann. Aber sie muss es noch ein Mal versuchen: für ihr eigenes Überleben – und für seins.

    Rasant erzählt, kantige Charaktere, ein gnadenloser Countdown – dieses Buch kann man nicht aus der Hand legen! Für alle, die „Das Buch ohne Namen“ von Anonymus liebten und für Fans von Filmen à la Tarantino, „Fight Club“ oder „12 Monkeys“.

  • Kelly McKulloughs „Die zerborstene Klinge“ ist für uns die Neuentdeckung des Sommers! Das Genre ist High Fantasy mit einem Schwertkämpfer beziehungsweise Dieb als Protagonisten. Die Hauptfigur ist Aral, eine legendäre Klinge von Namara, die früher im Namen der Gerechtigkeit für ihre Göttin gekämpft hat. Arals Vertrauter, der lebende Schatten namens Triss, war stets dabei. Doch nun sind Aral und sein Schatten vogelfrei. Aral schlägt sich am Rande der Gesellschaft durch, immer im Dunkeln verborgen. Er schmuggelt Waren, beschützt Gauner und stiehlt auch gelegentlich. In seinem Gewerbe gibt es wenig Ehre, doch es hält ihn am Leben. Er ist ein gesuchter Verbrecher, doch obwohl er gern ein anderes Leben führen würde, weiß er nicht, wie er dies anstellen soll. Bis eine rätselhafte Frau namens Maylien ihn anheuert. Aral soll eine geheime Nachricht überbringen. Den Lohn, den sie ihm dafür anbietet, ist verdächtig hoch für einen gewöhnlichen Auftrag. Zu seiner Überraschung stellt sich heraus, dass der Auftrag eine Täuschung ist. Aral soll Zeuge einer heimlichen Zusammenkunft werden. Und die Nachricht, mit all ihren Fragen und Konsequenzen, ist in Wirklichkeit für ihn bestimmt … spannend und originell bis zur letzten Seite!

  • Peter F. Hamiltons „Der unsichtbare Killer“ ist ein erstklassiger und sehr vielschichtiger SF-Blockbuster für Fans von Stoffen von „Minority Report“ bis „Prometheus“. Inhaltlich ist das Ganze ein vor breiter Kulisse angelegter Thriller. Newcastle im Jahr 2142. Detective Sidney Hurst untersucht einen brutalen Mord und stellt dabei fest, dass es sich um einen Serientäter handeln muss. Zwanzig Jahre zuvor sind schon einmal Menschen auf dieselbe bestialische Weise ermordet worden, aber nicht auf der Erde, sondern auf dem Tropenplaneten St. Libra. Damals wurden die Morde einer unbekannten außerirdischen Spezies zugeschrieben. Eine Expedition reist zu der Dschungelwelt, um nach Hinweisen zu suchen. Dann beginnen die Morde von Neuem ... Wer noch nie etwas von Hamilton gelesen hat, kann hier ganz prima einsteigen, dies ist ein Standalone-Roman.

Ruggero Leò, Bastei Lübbe

Blanvalet

  • „Die Karte der Welt“ von Royce Buckingham ist für mich der beste Roman des Sommers. Bislang hat sich der „Spiegel“-Bestsellerautor mit zum Beispiel „Dämliche Dämonen“ an eher jüngere Fantasy-Leser gewandt. Diesmal richtet er sich an Erwachsene. Zwar ist sein Held Wex noch jung, doch das, was er erlebt, die Tiefe der Charaktere und die Botschaft zwischen den Zeilen, richtet sich an Ältere.

    Das Königreich Abrogan wird im Norden durch den Schleier begrenzt. Noch niemand, der ihn durchschritten hat, ist je zurückgekehrt. Als der junge Schweinehirte Wex wegen seines Zeichentalents aufgefordert wird, bei der Vermessung der Grenze zu helfen, freut er sich, sein ärmliches Dorf zu verlassen. Doch dann stellt sich heraus, dass er mit seinen Strichen auf der Landkarte den Schleier zurückdrängt. Dahinter wartet ein Land voller Abenteuer, neuer Gefährten – und ein alter, von Rachegedanken zerfressener Feind.

    Royce Buckingham ist einer der ganz großen Fantasy-Erzähler des Jahrzehnts, mit einem überragenden Schreibstil und großartigen Ideen. Auch wenn das beim ersten Lesen wie ein Standard-Junge-zieht-aus-und-wird-ein-Held klingt, so ist es mehr. Es macht einfach Spaß zuzusehen, wie Wex mit der Verantwortung wächst, und während man sich noch fragt, wie der Schleier entstanden ist und was sich noch dahinter verbirgt, wird man bereits mit dem nächsten Geheimnis konfrontiert. Aber keine Sorge: „Die Karte der Welt“ ist in sich abgeschlossen und die offenen Fragen werden beantwortet. Derzeit schreibt Royce ein Prequel über die Entstehung des Schleiers.

  • Ein weiteres meiner absoluten Highlights in unserem aktuellen Programm ist Suzanne Young mit ihrem dystopischen Roman „Du. Wirst. Vergessen.“, der im September 2013 bei uns erscheinen wird. Selten hat mich ein Roman so berührt, und noch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich an die düstere Atmosphäre denke, die Suzanne Young geschaffen hat, und die einen sofort in ihren Bann zieht.

    Nur das Programm kann der Selbstmord-Epidemie unter Jugendlichen noch Einhalt gebieten. Für besorgte Eltern bedeutet es Hoffnung, für die Jugendlichen das Ende. Denn jeder, der zurückkehrt, ist ohne Erinnerung – und ohne Emotionen. Niemals würde Sloane es wagen, öffentlich Gefühle zu zeigen. Nur bei ihrem Freund James kann sie sie selbst sein. Seine Liebe ist ihre einzige Stütze in einer gefühlskalten Welt. Aber dann bricht James plötzlich zusammen! Als das Programm ihn holt, weiß Sloane, dass nichts mehr so sein wird, wie es war. Sie muss um James’ Liebe kämpfen – und um ihrer beider Erinnerungen…

    Sloane und James gehören mittlerweile zu meinen Lieblingsromanhelden. Wie beide in der Öffentlichkeit eine Maske der Gleichgültigkeit aufsetzen können und, wenn sie es kaum noch ertragen, zusammen an abgelegene Orte fahren, um zu weinen oder zu lachen – das ist einfach nur bewegend, und lässt mich jedes Mal aufs Neue nachdenklich und betroffen zurück. Für diese Melancholie, die dann über mich kommt, würde mich das PROGRAMM sofort holen. Aber zum Glück lebe ich nicht in dieser Welt. „Du. Wirst. Vergessen.“ ist perfekt für Leser, die die Bücher von Suzanne Collins und Ally Condie nicht mehr aus der Hand legen konnten, es ist ein Roman, den man definitiv niemals vergessen wird…

  • Wenn man „Sonea – Die Hüterin“ von Trudi Canavan noch nicht gelesen hat, sollte man das unbedingt nachholen. Im Oktober 2013 erscheint endlich die Taschenbuch-Ausgabe des „Spiegel“-Bestsellers. Es geht um Verantwortung, ums Erwachsenwerden und ums Loslassen.

    Zwanzig Jahre sind seit den Ereignissen in der Trilogie „Die Gilde der Schwarzen Magier“ vergangen. Auf Wunsch der Gilde hat Sonea nur einem einzigen Magier das Geheimnis der Schwarzen Magie offenbart. Doch sie ist nicht glücklich mit der Wahl, die die Gilde dafür getroffen hat. Kallen ist ein zwar ehrenhafter, aber auch ein harter und zu schnell urteilender Mann. Weit wichtiger für Sonea ist allerdings, dass ihr Sohn Lorkin gerade die Abschlussprüfung hinter sich gebracht hat und jetzt darauf brennt, sich zu beweisen. Daher begleitet er die Botschafter der Gilde nach Sachaka, wo den Magiern Kyralias immer noch unzählige Gefahren drohen. Und tatsächlich verschwindet er eines Tages ohne ein Wort der Erklärung. Trotz aller Sorge kann Sonea sich nicht einmal an der Suche beteiligen. Denn in Kyralias Unterwelt tobt ein Krieg, in den auch Magier verwickelt zu sein scheinen – und der alles, was in den Jahren des Friedens aufgebaut wurde, gefährdet…

    Trudi Canavan ist nicht nur die erfolgreichste Fantasy-Autorin Australiens. Sie ist seit dem Erscheinen von „Die Gilde der Schwarzen Magier“ auch in Deutschland ein Star. „Sonea – Die Hüterin“ ist der Auftakt zur Nachfolge-Trilogie.

Penhaligon

  • „Incarceron“ von Catherine Fisher ist meine Top-Empfehlung aus dem Penhaligon-Verlag. Die düstere, grausame Welt Incarcerons, die verlogene Welt des „Protokolls“ draußen und die Frage, wo in all diesen Zwängen der Raum für das Schöne und die eigene Identität, für Liebe, Freundschaft und Vertrauen ist, erinnert an „Die Tribute von Panem“ … und ist doch ganz anders.

    Incarceron ist ein gewaltiges Gefängnis. Sein Inneres besteht aus gigantischen Metallwäldern, verfallenen Städten und endlosen Weiten. An diesem Ort gibt es weder Freundschaft noch Vertrauen – und es gibt keine Hoffnung auf Entkommen. Doch der junge Häftling Finn hat eine Verbindung zur Welt außerhalb, zu Claudia, der Tochter des Gefängnishüters. Sie ist Finns einzige Chance, aus Incarceron auszubrechen, und er wiederum ist Claudias letzte Hoffnung, dem goldenen Käfig ihres eigenen Lebens zu entfliehen. Doch Finns und Claudias größter Feind ist Incarceron selbst, das seine Insassen wie ein hungriges Raubtier belauert. Denn dieses Gefängnis lebt…

    Catherine Fishers „Incarceron“ liegt in dem liebevoll und stimmig ausgestalteten, überbordenden Entwurf zweier Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber nur zusammen ein vollständiges Bild ergeben. Die vielschichtigen Charaktere sind stark und verletzlich zugleich, und sie wachsen den Lesern sofort ans Herz. Sie alle sind getrieben von den gleichen Fragen: Wer bin ich? Wie möchte ich leben? Gibt es ein anderes Leben? Woran glaube ich? Auch wenn das zunächst vor allem nach einem Stoff klingt, der jugendliche Leser ansprechen dürfte, ist „Incarceron“ doch so komplex und virtuos gestaltet und geschrieben, dass es ein All-Age-Roman im besten Sinne ist.

Holger Kappel, Blanvalet Verlag

Heyne

Der Winter liegt hinter uns, und mit ihm die Rückkehr in Tolkiens weite Welt des Hobbits. Grund genug einmal zu schauen, was uns jenseits der tolkienesken Grundmuster in der Phantastik an neuen Geschichten erwartet. Auf vier Bücher freue ich mich besonders:

  • Miles Cameron: „Der Rote Krieger“

    Dieses Buch ist der phänomenalste Fantasy-Roman, der mir seit dem Lied von Eis und Feuer untergekommen ist! Als uns der Stoff damals angeboten wurde, gab es nur 50 Seiten Leseprobe, die ich mir abends für den Nachhauseweg mitgenommen habe – und prompt habe ich die Umsteigestation verpasst und bin, von Miles Camerons magischer Erzählkraft gepackt, bis zur Endhaltestelle durchgefahren. Worum geht’s? Miles Cameron erzählt die uralte Geschichte vom größten Kampf der Menschen neu, dem Kampf gegen die ungebändigte Wildnis und gegen finstere Magie. Das Königreich Alba erstreckt sich weit in den Norden und ist von Wildnis umgeben – und damit meine ich Ein-Schritt-zu-weit-und-eine-Bestie-verschlingt-dich-Wildnis. Das Problem: Die Übergriffe der alles zerfleischenden, magischen Bestien werden immer dreister. Die Lösung: Ein junger Hauptmann, der sich nur „Der Rote Krieger“ genannt, zieht mit seinem Heer von Söldnern nach Norden, um die Gefahr ein für alle Mal auszurotten. Doch hier sind geheime, ältere, stärkere Mächte am Werk, und bald muss sich zeigen, ob der Rote Krieger nur eine Figur auf dem Spielfeld dieser Mächte ist, oder noch eine ganz eigene Macht in ihm schlummert. (Nicht in der U-Bahn lesen!)

  • Jeanine Krock: „Gib mir deine Seele“


    Die zahlreichen Fans von Jeanine Krocks Fantasy-Romanen wissen es bereits: Mit ihren Worten spinnt die Autorin ein Garn, das einen immer tiefer in das phantastische Labyrinth ihrer Geschichten, in die inneren Abgründe ihrer Figuren und in die Untiefen kaum gezügelter Leidenschaft führt. Und mit diesem Roman, das kann ich jetzt schon sagen, hat sie ihr bisheriges Meisterstück geschrieben! Denn was wäre, wenn die Muse, die einer Opernsängerin in Venedig begegnet, in Wirklichkeit ein gegen sie ausgesandter Engel der Zerstörung ist? Ein großes phantastisches Drama auf großer Bühne!

  • George R. R. Martin: „Planetenwanderer“

    Moment mal – George R. R. Martin? Jepp, genau der. Man mag es kaum glauben, aber Mister Game of Thrones hat jenseits seiner gigantischen Fantasy-Saga auch noch jede Menge anderer Romane geschrieben – und sogar Science Fiction! Daher freue ich mich auch schon riesig auf diesen Roman, denn wenn der Meister der unvergesslichen Figuren und der überraschenden Plotturns einen übergewichtigen, katzenvernarrten Planetenhändler quer durch die Galaxis schickt, dann kann nur eines dabei herauskommen: Ein episches, überbordendes und packendes Abenteuer in den Weiten von Raum und Zeit!

  • Markus Heitz: „Collector – Operation Vade Retro“

    Markus Heitz goes Space Fiction! Ich glaube kaum, dass es einen anderen deutschen Autor gibt, der ein so prall gefülltes Science-Fiction-Universum ersinnen, einen so mitreißenden Plot stricken und dabei noch so viel Spaß am phantastischen Fabulieren unterbringen kann! Die große Saga um die unheimliche außerirdische Zivilisation der Collectors und den Kampf der Justifiers gegen die Unterdrückung der Menschheit spitzt sich zu – wird die Geheimoperation „Vade Retro“ das Joch der Gefangenschaft abschütteln können?

Sebastian Pirling, Heyne Lektorat

Knaur

  • Mit „Aeternum“ präsentiert Andrea Bottlinger ihr Romandebüt. Das Tolle daran: deutsche Autorin, deutsches Setting. Denn wir befinden uns in Berlin, genauer gesagt am Alexanderplatz. Und Andrea Bottlinger beginnt ihren Roman „Aeternum“ im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Knall – und lässt den gesamten Platz einstürzen, so dass nichts als ein riesiger Krater zurückbleibt. Dass dieser Einsturz keine natürlichen Ursachen haben kann, ist bald auch den Engeln und Dämonen klar, die Berlin bevölkern. Und so schicken sie den Engel Jul und die Magierin Amanda in die Katakomben von Berlin, um herauszufinden, wer oder was hinter dem Einsturz steht. Dabei machen Jul und Amanda eine Entdeckung, die weit mehr als die Existenz der Hauptstadt gefährdet … In den Katakomben der Hauptstadt entscheiden sich das Schicksal der Welt und die Machtverhältnisse zwischen Gut und Böse. Temporeiche Action, eine übernatürliche Liebesgeschichte und ein städtisches Setting – das sind die Zutaten, die die Urban Fantasy so erfolgreich machen. Und eine packende Geschichte für alle Fans von Markus Heitz, Lauren Kate und Cassandra Clare.

    Andrea Bottlinger wurde in Karlsruhe geboren, hat in Mainz Buchwissenschaften, Komparatistik und Ägyptologie studiert und lebt und arbeitet inzwischen als freie Lektorin und Autorin in Heilbronn. „Aeternum“ ist ihr erster Roman.

  • Kaja Evert: „Flügel aus Asche“

    Vor einem Jahr eroberte die Ausstrahlung der Fernsehserie „Game of Thrones“ die Herzen von über 2 Millionen Zuschauern. Und kurz danach taten die Bücher der Serie „Das Lied von Eis und Feuer“, auf denen „Game of Thrones“ basiert, das gleiche. Und auf den High-Fantasy-Sommer folgt sogleich ein High-Fantasy-Herbst: Denn im Dezember letzten Jahres startete der erste Teil von Peter Jacksons „Hobbit“-Verfilmung in den Kinos. High Fantasy is all around! Auch Kaja Everts Debütroman „Flügel aus Asche“ ist ein High-Fantasy-Roman. Hier gibt es alles, was High-Fantasy-Fans mögen: Eine fremde Welt, Magie, Tyrannen, magische Wesen und eine große Verschwörung, die der Held überwinden muss. Konkret formuliert: In der fliegenden Stadt Rashija muss der junge Maler Adeen nicht nur gegen das tyrannische Regime des Kaisers kämpfen, sondern auch die Wahrheit über seine Herkunft und über seine innerste Natur herausfinden. Dabei zur Seite steht ihm die adelige Magierin Talanna, und nur gemeinsam können sie das Netz aus Intrigen entwirren, das die fliegende Stadt umgibt…

    Kaja Evert, geboren 1981 in Schleswig-Holstein, malt Bilder und erfindet Geschichten, seit sie sich erinnern kann. Ihre Begeisterung für antike Sagen brachte sie zum Studium der Literaturwissenschaft und Alten Sprachen. Kaja Evert arbeitet an einer norddeutschen Universität, „Flügel aus Asche“ ist ihr erster Roman. Der Roman ist ein Standalone!

  • Chris Howard: „Der eiserne Wald“

    Dieser Titel ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn in dem Zukunftsszenario, das Chris Howard in seinem Buch durchspielt, gibt es nach einer Umweltkatastrophe kaum noch essbare Pflanzen – Bäume schon einmal gar nicht mehr. Die Menschen sichern ihr Überleben mit den kärglichen Überresten der alten Zivilisation und dem bisschen, was sie der Erde noch abpressen können. Der größte Traum vieler dieser Menschen ist es, einmal echte Bäume zu sehen. Dieses Bedürfnis bedient Banyan, er ist ein sogenannter Tree-Builder, also ein Künstler, der aus den Metallresten Bäume nachbaut. Bei einem seiner Aufträge trifft er auf Hiya – eine junge Frau, die auf ihrem Körper ein geheimnisvolles Tattoo trägt. Angeblich sind es die Koordinaten, die zu den letzten Bäumen auf Erden führen sollen. In dieser kargen Welt ist das gleichbedeutend wie die Koordinaten zum Paradies. Banyan will natürlich um jeden Preis diesen Ort erreichen, doch er ist nicht der einzige, der die Koordinaten in seinen Besitz bringen will. Und so entbrennt eine Jagd auf Leben und Tod… Der Amerikaner Chris Howard entwirft in „Der eiserne Wald“ eine düstere Welt, in der der tägliche Kampf ums Überleben im Mittelpunkt steht. Dementsprechend gibt es hier actionreiche Kampfszenen und wilde Verfolgungsjagden, die das Buch unglaublich spannend machen – wie geschaffen für Fans von „Mad Max“ und „The Road“. Er verpackt ökologisches Bewusstsein in eine spannende Dystopie: Mitreißend, schnell und rasant ist „Der eiserne Wald“ ein Roadmovie von einem Roman.

    Chris Howard studierte ursprünglich Umweltmanagement und Waldökologie, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Die Verbundenheit mit der Natur spiegelt sich in seinen Romanen wieder. So auch in „Der eiserne Wald“. Auf der Haut einer fremden Frau, findet der junge Banyan den Weg zu den letzten Bäumen der Erde. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche danach, doch sind sie nicht die einzigen. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und das stets zwischen Leben und Tod.

Patricia Keßler, Droemer Knaur Verlag

Lyx

  • Philippa Ballantine: „Die Runen der Macht: Der verfluchte Prinz“

    Sorcha Faris ist Kriegerin eines Ordens, der die Menschen vor den Angriffen mächtiger Geistwesen beschützt. Als ihr Ehemann, dem sie sich längst entfremdet hat, verletzt wird, stellt ihr der Orden einen neuen Partner an die Seite, um einen Auftrag am Rand des Kaiserreiches zu erfüllen. Ein abgelegenes Dorf wird ungewöhnlich stark von Geistwesen heimgesucht. Dort angekommen trifft Sorcha auf Raed Rossin, Sohn des gestürzten Kaisers, dessen Ahnenlinie seit Generationen verflucht ist. Obwohl Raed eigentlich ihr Feind ist, muss Sorcha sich mit ihm zusammentun, denn die Bedrohung aus der Geisterwelt, der sie sich gegenübersieht, übertrifft alles bisher Dagewesene.

    Von der Autorin der Steampunk-Abenteuer von Books & Braun kommt eine neue spannende High-Fantasy-Serie in der Tradition der großen Fantasy-Ladys der 90er. Wer Tanya Huff, Robin Hobb oder Lynn Flewelling liebt, wird hier genau das Richtige finden. Mitreißende, charaktergetriebene Fantasy mit einer kleinen Prise Steampunk.

  • Kristen Callihan: „The Darkest London: Kuss des Feuers“

    Die Schöne und das Biest im viktorianischen London … Miranda Ellis besitzt eine gefährliche Gabe, die sie seit ihrer Kindheit zu verbergen und zu kontrollieren versucht. Sie kann Feuer mit der Kraft ihres Geistes entfachen. Als ihre Familie in Geldnot gerät, verheiratet ihr Vater sie an den geheimnisvollen und berüchtigten Lord Benjamin Archer. Dieser lebt äußerst zurückgezogen und verbirgt sein Gesicht hinter einer Maske, seit er von einem furchtbaren Fluch getroffen wurde. Doch obwohl er auch Miranda sein Gesicht nicht zeigt, stellen beide fest, dass sie in dem anderen einen Seelenverwandten gefunden haben. Aber dann geschehen in London einige grausame Morde, und alles deutet darauf hin, dass Archer der Täter ist. Miranda ist fest entschlossen, den wahren Mörder zu finden und den Fluch zu brechen, der über Archer liegt. Sie ahnt nicht, welch dunklen Kräfte sie sich damit entgegenstellt…

    Eine echte Perle der historischen Romantic Fantasy! Der beste Roman in diesem Genre, den ich im letzten Jahr gelesen habe. So muss Romance sein: prickelnd, sinnlich, ohne zu dick aufzutragen. Callihan fängt die klassische Gothic-Stimmung viktorianischer Gruselgeschichten perfekt ein und verleiht ihrem Buch dadurch eine ungewöhnliche atmosphärische Tiefe. Für alle Romantiker, die Geschichten wie „Das Phantom der Oper, „Die Schöne und das Biest“ oder klassische Gruselfilme mit viktorianischem Setting wie „Wolfman“ lieben.

  • Linnea Sinclair: „Sternenjagd“

    Als Trilby Elliot ihren maroden Raumfrachter auf einem einsamen Planeten reparieren will, stürzt ganz in der Nähe ein Kampfflieger ab. Trilby rettet den verletzten Piloten und bringt ihn auf ihr Schiff. Rhis Vanur ist Soldat des zhafarischen Imperiums und damit nicht der Typ, den eine Schmugglerin wie Trilby gern um sich hat. Dennoch fliegen die Funken zwischen den beiden. Auch Rhis ist fasziniert von der eigenwilligen Kapitänin – was seinen Plan, ihr Schiff im Dienst einer hochbrisanten geheimen Mission zu kapern, nicht unbedingt leichter macht…

    Ein romantischer Science-Fiction-Roman mit einer starken Heldin und jeder Menge rasanter Abenteuer. Durchaus auch ein Buch für männliche Leser, die vor ein bisschen Romantik nicht zurückschrecken. Linnea Sinclair ist eine der wenigen Autorinnen, die das Genre der SF Romance wirklich beherrschen und bei denen der SF-Plot nicht bloße Kulisse ist.

  • Madeleine Roux: „Sie kommen: Ein Blog vom Ende der Welt“

    Der spannendste Blog aller Zeiten! Buchhändlerin Allison Hewitt ist in ihrem Laden in einem Einkaufszentrum eingesperrt, während draußen die Welt untergeht: Menschen verwandeln sich in Zombies und überrennen die ganze Stadt. Zusammen mit einigen Kunden und Kollegen kämpft Allison ums nackte Überleben. Das Internet ist zusammengebrochen, doch dem Militär gelingt es, seine Netzwerke aufrecht zu erhalten, und so beginnt Allison über ein Blog mit der Außenwelt zu kommunizieren.

    Madeleine Roux schrieb diesen Zombie-Blog-Roman (gewürzt mit einer gerüttelten Prise herrlich sarkastischen Humors) zunächst als Fortsetzungsgeschichte im Internet. Die Begeisterung der Leser war so groß, dass ein amerikanischer Verlag die Rechte kaufte und Allisons Geschichte als Buch herausbrachte. Gekonnt vermischt Roux Allisons Bericht mit Blog-Kommentaren aus der Außenwelt, sodass sich das Bild der Zombie-Apokalypse langsam vor dem Auge des Leser aufbaut.

Anja Arent, Egmont-Lyx

Piper

  • Michael Peinkofer: „Die Herrschaft der Orks“

    Lange Jahre mussten wir auf ein Wiedersehen mit den wohl chaotischsten und dennoch sympathischsten Orks der Fantasy warten – jetzt endlich kehren Balbok und Rammar zurück. Obwohl sie eigentlich gar nicht wollen. Schließlich haben sie es sich auf einer abgelegenen Insel gerade gemütlich eingerichtet und sich selbst zu Königen ausgerufen. Doch ein Neuankömmling macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Er bittet sie um Hilfe, um Erdwelt aus den Fesseln eines tyrannischen Zwergenherrschers zu befreien. Und Balbok und Rammar wären nicht die tapfersten Orks aller Zeiten, würden sie nicht alles tun, um den Erzfeind endgültig vom Antlitz Erdwelts zu fegen…

  • Michael G. Manning: „Dunkle Götter: Das Erwachen“

    Immer mehr Autoren feiern im eBook große Erfolge – und immer mehr legen danach eine beeindruckende Karriere hin. Der Amerikaner Michael Manning ist so einer. Seine Trilogie „Dunkle Götter“ wurde von den Fans frenetisch gefeiert und über 250.000 Mal verkauft. Zu Recht – denn so frisch hat man High Fantasy lange nicht erlebt. Wenn man dem jungen Mort folgt, der sich aufgrund seiner Herkunft und seiner Begabung den skrupellosesten aller dunklen Herrscher zum Feind macht, merkt man auf jeder Seite, in jedem Kapitel, wie viel Leidenschaft und Spaß Michael Manning beim Schreiben hatte. Seine Charaktere werden wahrhaftig lebendig. Und das Beste ist: Dieser Band ist nur der Anfang. Ab dem zweiten Band wird’s richtig düster. Man darf gespannt sein auf einen neuen Star der Fantasy.

  • Robert Corvus: „Knecht – Die Schattenherren 2“

    Wer bereits Robert Corvus’ gerade erschienenes Debüt „Feind“ gelesen hat, weiß, was auf ihn wartet. Wer nicht, wird es dennoch nicht bereuen, den neuen Roman, „Knecht“, aufzuschlagen, denn die dunkle, komplexe und erbarmungslose Welt der Schattenherren zieht einen sofort in ihren Bann. Wir folgen General Bren Stonner, der im Auftrag seiner düsteren Herren eine schier unmögliche Mission vollenden soll – die legendäre Schattenherrin Lisanne aufzuspüren, deren Schönheit ebenso alles überstrahlt wie ihre Macht… Die Reihe „Die Schattenherren“ ist so intensiv und dicht gewebt, dass man die wirkliche Welt um sich herum buchstäblich vergisst. Ausprobieren und eintauchen – aber der Autor übernimmt keine Gewähr, wenn ihr nicht mehr rauskommt.

Ivi

  • Tracy Bilen: „Wie der Vater, so der Tod“

    Für Freunde der Spannung ist dieser Thriller die richtige Lektüre für die immer noch kalte Jahreszeit: Endlich wagen sie es – Sara und ihre Mutter planen, Saras gewalttätigen Vater zu verlassen und heimlich zu fliehen. Doch zum verabredeten Zeitpunkt wartet Sara vergeblich auf ihre Mutter. Als sie nach Hause kommt, behauptet ihr Vater, dass sie auf einer Geschäftsreise sei. Doch Sara weiß, dass er lügt. Ihre Mutter ist verschwunden, und er hat etwas damit zu tun. Ihr bleibt nur wenig Zeit, herauszufinden, was… Ein kompromissloser Thriller, der nachdenklich macht und einen noch lange nach dem Lesen beschäftigt.

Carsten Polzin, Piper Verlag

Zusammenstellung: C. Kuhr