D. P. Lyle: Tödliches Erwachen - Jake Longly 2 (Buch)

D. P. Lyle
Tödliches Erwachen
Jake Longly 2
(A-List, 2017)
Übersetzung: Dorothee Scheuch
dp Verlag, eBook, 4,99 EUR

Rezension von Elmar Huber

Nur eine Woche nach der Aufklärung des Mordes an Barbara Clammer (siehe „Tödlicher Einsatz“) wird Ex-Baseball-Profi Jack Longly erneut zum Privatdetektiv wider Willen, als der Onkel seiner Freundin Nicole, ein Filmproduzent, seine Nichte um einen Gefallen bittet. Im Hotelbett des berühmten Schauspielers Kirk Ford wurde eine erdrosselte Mädchenleiche gefunden, der Super-Gau für die Filmproduktionsgesellschaft, die gerade in New Orleans den neuesten Film von Fords ‚Space Quest‘-Reihe drehen lässt. 

So machen sich Jake und Nicole auf den Weg ins Big Easy, um herauszufinden, was passiert ist, im besten Fall Kirks Unschuld zu beweisen.

Schon bald lassen die Indizien tatsächlich Zweifel am Offensichtlichen zu. Doch der Onkel der Toten, ein einflussreicher Mann in New Orleans, der seine Verbindungen nicht nur zu der Polizei und den Kleinganoven auf der Straße pflegt, sondern auch eine intime Beziehung mit der zuständigen Staatsanwältin unterhält, will den Schauspieler hängen sehen.


Teil 2 von D. P. Lyles „Jake Longly“-Reihe macht nahezu nahtlos da weiter, wo Teil 1 aufgehört hat. Der Status Quo ist unverändert, Jake und Nicole pfeffern sich neckische One-Liner um die Ohren, die neue Location New Orleans sorgt für Abwechslung und weckt dabei nicht weniger Urlaubsgefühle als der für Jake heimische Golf von Mexiko.

Die Ermittlungen rollen gut an und parallel lernt der Leser Tony Guidry kennen, den Hai im Karpfenteich von New Orleans und Onkel der ermordeten Kristy, der unter der Oberfläche die Strippen zieht, um seine eigene Vorstellung von Gerechtigkeit voranzutreiben. Daraus ergibt sich eine dauerhaft brodelnde Bedrohungslage für die Privatermittler, denen zum Ausgleich Jakes Vater Ray und dessen Handlanger Pancake zu Hilfe kommen.

Es gelingt dem Team zwar, einige brauchbare Informationen zusammenzutragen, doch nach einer gewissen Zeit beginnen die Ermittlungen sich eher fruchtlos im Kreis zu drehen. Die Screwball-Dialoge zwischen Nicole und Jake und das unterkühlte verbale Säbelrasseln der Alphatiere Ray und Tony machen zwar Spaß, doch läuft sich dieses Vergnügen auch mit zunehmender Wiederholung tot. Vor allem, da die ausschlaggebende Entdeckung, die das Finale einleitet, plötzlich als deus ex machina um die Ecke kommt und an jeder beliebigen Stelle des Romans hätte platziert werden können. Damit wäre es kein Problem gewesen, die unnötige Durststrecke abzukürzen.

Jake Longly & Co. bleiben kernig-sympathisch, doch hat der Roman auch einige vermeidbare Längen.